Entführter El-Masri lässt vor CIA-Ausschuss viele Fragen offen

14. März 2006, 15:51
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Aussage des Deutsch-Libanesen vor Europaparlament in Straßburg - Masri bekräftigt Beteiligung eines Deutschen

Straßburg - Der Deutsch-Libanese Khaled el-Masri hat vor dem CIA-Untersuchungsausschuss des Europaparlaments kaum eindeutige Details über seine Entführung nach Afghanistan liefern können. Unklar blieb am Montag im Europaparlament in Straßburg vor allem, ob ein deutscher Beamter mit dem Spitznamen "Sam" an den Verhören el-Masris in Afghanistan beteiligt war.

"Sam" sei ganz klar ein Deutscher gewesen, sagte el-Masri, der in Begleitung seines deutschen Anwalts Manfred Gnjidic nach Straßburg gekommen war. Er habe den Mann nach Fotos in einer Internet-Zeitung namens "Saar Echo" "100 Prozent" als Gerhard Lehmann identifiziert, der nach Angaben dieser Internet-Zeitung "ein Hauptkommissar des BKA" gewesen sei, sagte el-Masri. Er selbst wisse allerdings nicht, ob "Sam" für eine deutsche Behörde gearbeitet habe.

"Die Umstände dieser Entführung sind nicht klar geworden", sagte der deutsche Christdemokrat Elmar Brok nach der Sitzung. Der Grünen-Abgeordnete Cem Özdemir forderte eine rasche Aufklärung der deutschen Regierung, wenn sich herausstellen sollte, dass deutsche Beamte an der Affäre beteiligt gewesen seien. El-Masri war nach eigenen Angaben Ende 2003 vom US-Geheimdienst CIA von Mazedonien nach Afghanistan verschleppt und über vier Monate lang festgehalten worden. (APA/dpa)

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