Chirac stellt sich im Arbeitsrecht-Streit hinter Villepin

15. März 2006, 17:14
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Präsident "voll und ganz und vorbehaltlos hinter der Arbeit des Premierministers" - Protesttag gegen Lockerung des Kündigungsschutzes

Berlin - Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac hat seinem Premierminister Dominique de Villepin den Rücken gestärkt. Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten, im Ausland nicht zu innenpolitischen Fragen Stellung zu nehmen, sagte Chirac am Dienstag in Berlin, er stehe voll hinter de Villepins Gesetzesvorhaben zur Linderung der Jugendarbeitslosigkeit. In Frankreich gibt es heftige Proteste gegen die Gesetze, die den Kündigungsschutz für junge Leute weitgehend aufheben.

Der Präsident sagte auf eine entsprechende Frage nach den deutsch-französischen Ministerratstreffen, es sei "selbstverständlich, dass ich voll und ganz und vorbehaltlos hinter der Arbeit des Premierministers stehe". Das gelte insbesondere für jene Gesetze, die sich auf die Integration Jugendlicher bezögen. De Villepin hatte an den Beratungen in Berlin wegen der teils gewalttätigen Proteste in Frankreich nicht teilgenommen.

Erster Protesttag

Indessen demonstrieren Studenten gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufseinsteiger. Es ist der erste von insgesamt drei Protesttagen in dieser Woche gegen das umstrittene Reformprojekt von Premierminister Dominique de Villepin. Die Reform soll die Erstanstellung von jungen Arbeitnehmern erleichtern; dazu erhalten Unternehmen per Gesetz die Möglichkeit, Entlassungen in den ersten beiden Jahren ohne Grund auszusprechen. Die Gesetzesänderung hatte schon vergangene Woche Hunderttausende auf die Straße gebracht und führten zu Blockaden von Hochschulgebäuden. Weitere Protesttage sind für Donnerstag und Samstag angekündigt. (APA/AP)

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    Auch an der Universität Nanterre westlich von Paris wird gestreikt.

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