Der Schnellcheck für Pflegeberufe

13. März 2006, 19:47
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18-mal mehr Zulassungen im Februar - Vor allem Deutsche nutzen Kurzverfahren

Wien - Die längere Lebenserwartung und die Überalterung der Gesellschaft machen den Pflegesektor zu einem der Boombereiche. Schätzungen gehen davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren 40.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Alten- und Krankenpflege entstehen werden.

"Gesundheitsberufe haben auf dem Arbeitsmarkt ein enormes Wachstumspotenzial. Besonders wichtig ist, den Bedarf an hoch qualifiziertem Pflegepersonal in Österreich zu decken", sagt Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. Einer ihrer Lösungsansätze ist das verkürzte Berufszulassungsverfahren für Gesundheitsberufe, das seit Februar 2006 gilt: EU-Bürger, Angehörige des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und Schweizer können seither viel einfacher, nach dem One-Stop-Shop-Prinzip, an einem Tag im Gesundheitsministerium ihre Berufszulassung erhalten. Das funktioniert entweder mit persönlicher Vorsprache oder auch mit einer Vollmacht - ein Weg, der vor allem von Personalvermittlungsbüros genutzt wird. Die Zulassung erfolgt innerhalb eines Vormittags. Dieses Verfahren gilt nur für nicht ärztliche Gesundheitsberufe, also etwa Pflege, Sanität oder Heilmassage.

Wer aus einem der acht EU-Staaten kommt, für die Übergangsfristen am Arbeitsmarkt gelten, und im Gesundheitssektor in Österreich arbeiten will, muss dennoch beim Arbeitsmarktservice Genehmigungen einholen. Die gibt es aber relativ leicht: So ist die Zahl der Genehmigungen für Nichtösterreicher am Gesundheitssektor im Februar 2006 im Vergleich zu fünf Jahre davor 18-mal höher. In absoluten Zahlen wurden im Februar 2006 exakt 322 Zulassungsverfahren für Nichtösterreicher abgeschlossen. 195 davon betreffen Deutsche, die das verkürzte Verfahren nutzen können. Danach kommen Slowaken mit 63 Zulassungen, danach Ungarn (18) und Polen mit 15 Zulassungen. (Eva Linsinger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.2.2006)

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