Peres traf überraschend mit Abbas zusammen

15. März 2006, 14:55
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Erster hochrangiger israelisch-palästinensischer Kontakt seit Hamas-Wahlsieg

Jerusalem/Wien - Sechs Wochen nach dem Wahlsieg der radikalislamischen Hamas bei der palästinensischen Parlamentswahl hat Israel die Isolation der Palästinenser beendet: Ex-Ministerpräsident Shimon Peres traf sich in Jordanien mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas.

Das Büro des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert bestätigte das Treffen. Es sei ausschließlich um Wirtschaftsfragen gegangen, hieß es. Der Fernsehsender Channel 2 berichtete dagegen, es seien auch andere Themen auf der Tagesordnung gewesen.

Wichtiges Signal

Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt, dennoch gilt das Treffen als wichtiges Signal für den künftigen Kurs der israelischen Regierung. Peres ist ein Führungsmitglied aus Olmerts Kadima-Partei, die mit großem Vorsprung in die Parlamentswahl am 28. März geht. Mit seinem Besuch in Jordanien wollte Peres offenbar Wähler aus dem Lager der Moderaten für die Partei gewinnen.

Abbas wird am Dienstag zu Gesprächen mit dem EU-Vositzland Österreich in Wien erwartet. Er wird mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Außenministerin Ursula Plassnik und Bundespräsident Heinz Fischer zusammentreffen.

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak rief Israel und die radikalislamische Hamas am Montag in Wien zu sofortigen Gesprächen nach der Regierungsbildung in den palästinensischen Autonomiegebieten auf. Beide Seiten müssten ihre harten Positionen aufgeben, um Gewalt und Chaos zu vermeiden, mahnte Mubarak nach Gesprächen mit Bundespräsident Heinz Fischer in Wien. Zugleich bat er die internationale Staatengemeinschaft, die Palästinenser auch weiterhin finanziell zu unterstützen. (APA/AP)

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