Rumänien forciert Bekämpfung des Menschenhandels

13. März 2006, 19:13
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Internationale Zusammenarbeit gestärkt - MenschenhändlerInnen mehrheitlich aus dem kleinkriminellen Milieu

Wien - Rumänien forciert die Bekämpfung des Menschenhandels. In Bukarest wurde ein Büro eingerichtet, das die Maßnahmen gegen diese Form der Kriminalität koordiniert. Darüber hinaus setzt die Polizei des osteuropäischen EU-Beitrittslandes auf bilaterale Zusammenarbeit mit anderen Staaten. Polizeichef Dan Fatuloiu traf heute, Montag, in Wien mit dem Leiter des Bundeskriminalamts (BK), Herwig Haidinger, zusammen.

Internationale Zusammenarbeit stärken

"Wir haben in der jüngsten Vergangenheit gesehen, dass bilaterale Task Forces bei der Bekämpfung des Menschenhandels sehr effizient arbeiten", sagte Fatuloiu der APA. Erst vergangene Woche hatte das BK die Zerschlagung einer Organisation bekannt gegeben, die mindestens 30 junge Rumäninnen nach Österreich geschleppt und in Bordelle gesteckt hatte. "Wir bemühen uns, diese Form der Zusammenarbeit auch mit den Behörden in Italien und Spanien zu intensivieren", sagte Fatuloiu, der im Anschluss an den Besuch in Wien nach Madrid weiterreist.

Keine mafiösen Strukturen

Das Büro zur Bekämpfung des Menschenhandels suche auch in Zeitungen nach Kleinanzeigen, in denen jungen Frauen Jobs als Kellnerinnen oder Tänzerinnen - Lockangebote von Menschenhändlern - angeboten werden, um auf diese Weise Tätergruppen auf die Spur zu kommen. "Es ist uns in der Vergangenheit gelungen, bereits mehrere Gruppierungen von MenschenhändlerInnen auszuforschen. Dabei handelt es sich nicht um mafiöse Strukturen im 'klassischen' Sinn, sondern um einfache Kriminelle, die sich zusammenschließen und Kontakte ins Ausland suchen", erläuterte Fatuloiu.

Darüber hinaus möchte der Chef der rumänischen Polizei einen Sicherheitsmonitor nach österreichischem Vorbild installieren, also die permanente Erfassung von Anzeigen. "In Rumänien ist zwar die Zahl der schweren Gewaltdelikte zurückgegangen, die Kleinkriminalität auf der Straße aber gestiegen", sagte Fatuliou. Um diese Entwicklung zurückzudrängen, seien 2.000 Polizeibeamte dem Streifendienst zugeteilt worden.

Fokus auf Drogenschmuggel

Verstärktes Augenmerk legt die Polizei nach den Worten Fatuloius auf die Bekämpfung des Drogenschmuggels. Im vergangenen Jahr seien 900 Kilo Suchtgift sichergestellt worden, vier Mal so viel wie im Jahr zuvor. Rumänien ist - ebenso wie Österreich - ein Transitland für den Drogenschmuggel. (APA)

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