Paris: Besetzung des Collège de France gewaltlos beendet

16. März 2006, 17:38
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Aus Protest gegen Kündigungsschutz-Reform - Polizisten drängten in das Bildungsinstitut ein und führten Demonstranten friedlich hinaus

Paris - Nach einer mehrstündigen Besetzung durch rund fünfzig Demonstranten hat die Polizei das Forschungs- und Bildungsinstitut Collège de France in Paris geräumt. Die Polizisten drangen in der Nacht auf Dienstag in das Gebäude nahe der Sorbonne-Universität ein und führten die Demonstranten hinaus, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Aktion verlief friedlich.

Vor dem Gebäude war es am Montagnachmittag noch zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Studenten gekommen, die dort gegen die geplante Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufseinsteiger demonstriert hatten. Rund 50 Menschen hatten sich allerdings weiter in dem Gebäude verschanzt gehalten.

Das Collège de France gehört nicht zum französischen Universitätssystem und ist eine Mischung aus Forschungsinstitut und offener Bildungsanstalt. Es ist der Grundlagenforschung von der Mathematik über die Philosophie bis zur Frühgeschichte verpflicht. Gleichzeitig sind seine Professoren angehalten, das erforschte Wissen in Kursen an die Bevölkerung weiterzugeben.

Elf Hochschulen blockiert

Die Zahl der blockierten Hochschulen sei von acht auf elf gestiegen, teilte das Bildungsministerium am Montag mit. An 26 anderen Universitäten gebe es Protestaktionen. Villepin sagte wegen der Proteste seine Teilnahme beim deutsch-französischen Ministerrat in Berlin am Dienstag ab.

Die Pariser Sorbonne, die am Samstag nach einer Besetzungsaktion geräumt worden war, blieb hermetisch von der Polizei abgeriegelt. Sie bleibt die ganze Woche geschlossen. An einigen der seit Anfang Februar von den Unruhen betroffenen Hochschulen kündigten die Präsidenten Abstimmungen über die Rechtmäßigkeit der Blockaden an. (APA/AP/dpa)

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