Theater-Tipp: Hart an der Staatsoper dran

20. März 2006, 20:41
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"Hoffmanns Erzählungen zum Mitsingen" im L.E.O braucht, obwohl von allem Schnickschnack abgespeckt, ebenso wie die Staatsoper drei Stunden

Man fragt sich, wie das die Staatsoper schafft, dieses opulente Werk im Originalformat binnen dreier Stunden abzuarbeiten, wo doch die L.E.O.-Fassung, Sie wissen schon, die von allem Schnickschnack und sämtlichen Nebenrollen befreite auf nicht weniger kommt. Stephen Delaney als Conférencier und musikalischer Leiter durch das Bühnenwerk "Hoffmanns Erzählungen zum Mitsingen" animiert das mitgehende Publikum, wirklich alles über den Poeten Hoffmann (elegisch und zurückhaltend: Tenor Stefan Fleischhacker) und seine vier Frauenideale Stella, Antonia, Olympia und Giulietta (Elena Schreiber) zu erfahren.

Eingebaut ist ein Quiz, in welchem nicht nur der Tonumfang der Künstler, sondern auch deren Schuhgröße gekannt werden muss. Und das wollten in der besuchten Folgeaufführung viele. Offenbachs fantastische Oper "Hoffmanns Erzählungen" war auf dem Weg zur großen Oper. Und natürlich ist es das, was naturgemäß das L.E.O. reizen muss, ist es doch längst zu einer Art Erziehungsinstitut für Opernanfänger und leicht Fortgeschrittene geworden. Warum nicht? (henn/DER STANDARD, Printausgabe, 14.03.2006)

L.E.O.
3., Baumannstraße 2
01/712 14 27
Vorstellungen: 23., 24. 3., 20.00
  • Stefan Fleischhacker, im Bild als Kurt Weill im L.E.O., singt dort wieder: "Hoffmanns Erzählungen".
    foto: l.e.o.

    Stefan Fleischhacker, im Bild als Kurt Weill im L.E.O., singt dort wieder: "Hoffmanns Erzählungen".

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