Wenig Bewerber, aber viele Interventionen

30. März 2006, 19:41
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Detlev Gross soll neuer BIG-Vorstand werden

Wien – Der Nachfolger von Herbert Logar als Vorstand bei der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) wird zwar erst Ende des Monats feststehen, auch die Hearings kommen noch, doch für Eingeweihte ist bereits klar: Detlev Gross (54), Immobilien-Makler und -Be- werter heißt der neue Mann bei der BIG. Die Zahl der Bewerber war gering, die der Interventionen hingegen groß. Aus diesem Grund hätten sich manche Experten erst gar nicht beworben, hieß es.

Gross, ein ehemaliger Mitarbeiter von Ernst Karl Plech, der im BIG-Aufsichtsrat die Interessen seines Freundes, Finanzminister Karl-Heinz Grasser vertritt, gilt in der Branche als fachlich versierter Einzelkämpfer, der derzeit selbständig tätig ist. Ob er das Anforderungsprofil erfüllt, wird allerdings bezweifelt. Denn gesucht wurde ein Geschäftsführer für den kaufmännischen Bereich, die Projektfinanzierung, Recht, Finanz- und Rechnungswesen, Treasury, Controlling, Einkauf und IT.

Der BIG-Vorstand wird wegen der Fusion mit ihrer Tochter BIG-Services von zwei auf drei Mitglieder aufgestockt: Der Vertrag von Christoph Stadlhuber, der die Unterstützung von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein genießt, wird verlängert. Neu im fusionierten BIG-Vorstand ist der jetzige Geschäftsführer der BIG-Services, Wolfgang Gleissner.

Die BIG gehört zu 100 Prozent der Republik Österreich und ressortiert zum Wirtschaftsministerium. Sie verwaltet einen Immobilienbesitz von rund vier Mrd. Euro.

Bundesbeschaffung

Auch bei der Bundesbeschaffung dürften die Würfel gefallen sein. Wie bei der BIG wird nur einer der beiden amtierenden Chefs beruflich überleben: Der zur Jahresmitte auslaufende Vertrag von Andreas Nemec wird verlängert, der von Michael Ramprecht jedoch nicht. Wie Ramprecht soll auch sein Nachfolger aus dem Kabinett Grasser kommen: Hannes Hofer, derzeit stellvertretender Kabinettchef Grassers. Dieser holte den Klagenfurter Ramprecht im Jahr 2000 in sein Büro. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.3.2006)

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