Lawrow verlangt russische Beteiligung an Untersuchung

13. März 2006, 18:48

Außenminister: "Erst hat man uns nicht getraut. Jetzt haben wir das Recht, denen nicht zu trauen, die diese Expertisen erstellen"

Moskau - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine Beteiligung Moskauer Ärzte an den Forschungen zur Todesursache des früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic verlangt. "Erst hat man uns nicht getraut. Jetzt haben wir das Recht, denen nicht zu trauen, die diese Expertisen erstellen", sagte Lawrow am Montag in Moskau.

Er spielte damit auf die Weigerung des UN-Tribunals an, den kranken Milosevic nicht zur Behandlung nach Moskau ausreisen zu lassen, obwohl die russische Regierung seine Rückkehr nach Den Haag garantiert hatte. Eine Gruppe russischer Ärzte sei zum Abflug in die Niederlande bereit, sagte der Minister.

Lawrow bestätigte, dass Milosevic das russische Außenministerium in einem Brief vom 8. März drei Tage vor seinem Tod um Hilfe gebeten habe. "Er äußerte darin die Besorgnis, dass einige medizinische Behandlungen, die ihm von Ärzten des Internationalen Jugoslawien-Tribunals verabreicht worden seien, für seine Gesundheit verhängnisvoll seien", sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax. Milosevic habe erneut darum gebeten, in Moskau behandelt zu werden. (APA/dpa)

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    Demonstration vor der niederländischen Botschaft in Moskau

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