Mehr als 1000 Festnahmen bei Drachen-Festival

30. März 2006, 12:31
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Provinzregierung droht mit Anwendung des Anti-Terror-Gesetzes - 500 Menschen verletzt

Lahore - In Pakistan sind mehr als 1000 Menschen festgenommen worden, weil sie trotz eines offiziellen Verbots Drachen haben fliegen lassen. Wie die Polizei am Montag berichtete, wurde der Großteil der Betroffenen aus der Stadt Lahore aber schnell wieder freigelassen, und zwar ohne Anklage. Das Steigenlassen von Drachen wird in Pakistan auch von islamistischen Gruppen abgelehnt, die den Sport als Tradition der Hindus betrachten.

Die Regierung des südasiatischen Landes hatte den populären Volkssport im Vorfeld des alljährlichen Drachen-Festivals "Basant" am Sonntag verboten. Bei dem Spektakel habe es in der Vergangenheit zu viele Verletzte und Tote gegeben, weil ehrgeizige Drachenfans die Schnüre ihrer Flugobjekte mit Glas- und Metallfassungen überzogen hätten, um Rivalen auszuschalten, hieß es zur Begründung. Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Fest rund 500 Menschen leicht verletzt und es gab ein Todesopfer. Im vergangenen Jahr waren es 19 Tote.

Die Provinzregierung ließ zuletzt verlauten, wer gegen das Drachen-Verbot verstoße, könne nach Anti-Terror-Gesetzen bestraft werden. Die Polizei erklärte am Montag jedoch, die Gesetze seien nicht angewandt worden. Die Mehrheit der Drachenfans ließ sich von dem Aufgebot der Sicherheitskräfte in Lahore ohnehin nicht beeindrucken. (APA/Reuters)

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    Die Mehrheit der Drachenfans ließ sich von den Drohungen der Polizei nicht beeindrucken.

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