"Gräser-Pille" gegen Allergien

20. März 2006, 12:38
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Neue Form der Impfung in Tests erfolgreich - Pollenflug stellt für ein Viertel der Bevölkerung ein Problem dar

Miami - Die Immuntherapie in Form der "Allergie-Impfung" ist die einzige Möglichkeit, Allergien zu heilen. Jetzt wird es bald eine neue Form dieser Behandlung geben: Eine "Gräser-Pille" zum Schlucken. Bisher mussten die Extrakte entweder regelmäßig injiziert oder als Sublingual-Tropfen eingenommen werden. Eine große Studie auf die Wirksamkeit des Medikaments verlief erfolgreich, teilte Hersteller Alkabello in einer Aussendung mit.

"Inhalationsallergien, und Gräserpollenallergien im Speziellen, betreffen rund ein Viertel der Bevölkerung der Industrieländer und stellen ein wachsendes Gesundheitsproblem dar. In dieser großen, gut kontrollierten Studie, die in mehreren europäischen Ländern durchgeführt wurde, war die Behandlung mit der Gräsertablette sehr effektiv", sagt Dr. Stephen Durham, Professor am Imperial College der Universität London vor einigen Tagen bei der Jahreskonferenz der amerikanischen Allergologen in Florida.

Studie an 51 Behandlungszentren

In der internationalen Studie, an der 51 Behandlungszentren in Europa - aus Österreich, Deutschland, Dänemark, Spanien, Italien, die Niederlande, Schweden und Großbritannien - teilnahmen, erhielten Patienten, die mindestens zwei Jahre lang an moderaten bis schweren Heuschnupfensymptomen durch Gräserpollen litten, entweder die echten Tabletten oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass 82 Prozent jener Pollenallergiker, welche das Medikament erhalten hatten, eine Besserung der Symptome registrierten (besser oder viel besser), hingegen nur 49 Prozent der Personen aus der Placebo-Gruppe. Die Daten zeigten auch, dass die "Gräsertablette" bereits während der ersten Pollensaison die allergischen Symptome über den Placeboeffekt hinaus um 30 Prozent reduziert.

Eine Pille täglich

Im Unterschied zu den Behandlungen, die allein die Symptome von Allergien lindern, zum Beispiel Antihistaminika oder Cortison, ist die Therapie mit der Gräsertablette eine kausale Therapie: Sie nimmt die zu Grunde liegende Ursache des Heuschnupfens ins Visier, die Allergie selbst wird also behandelt. Die Therapie mit der "Gräsertablette" resultierte außerdem in einer 38-prozentigen Senkung des Bedarfs an diesen symptomatisch wirkenden Medikamenten im ersten Behandlungszeitraum. Das neue Medikament muss einmal täglich eingenommen werden. (APA)

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