Milliardengewinn für britische Firmen

17. März 2006, 13:41
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London verdiente 1,5 Milliarden Euro bei Sicherheit, Öl- und Baugeschäften sowie PR - Truppenabzug angekündigt

London - Die britische Wirtschaft hat nach einer neuen Studie seit dem Sturz von Saddam Hussein im Irak mehr als 1,5 Milliarden Euro verdient. Zu den großen Nutznießern des militärischen Einsatzes gehören nach dem Bericht der privaten Forschungsgruppe Corporate Watch vor allem Sicherheitsfirmen, Bauunternehmen, PR-Firmen sowie Ölgesellschaften. In der Studie, die am Montag von der Londoner Tageszeitung "The Independent" veröffentlicht wurde, werden insgesamt 61 Unternehmen aufgeführt.

Der Mindestgewinn, den die Firmen in den vergangenen Jahren aus dem Irak-Geschäft ziehen konnten, wird von der Organisation auf rund 1,1 Millionen Pfund (1,59 Milliarden Euro) geschätzt. Dies sei jedoch nur die "Spitze des Eisbergs". Nach den Berechnungen von Corporate Watch könnte der Gewinn bis zu acht Milliarden Euro betragen. Nach ihren Angaben sind im Irak allein für britische Sicherheitsfirmen mehr als 20.000 Beschäftigte im Einsatz.

Nach inoffiziellen Schätzungen kostete der britische Militäreinsatz im Irak bisher umgerechnet mehr als sieben Milliarden Euro.

Truppenabzug angekündigt

Großbritannien will laut einem Medienbericht rund 800 seiner Soldaten aus dem Irak abziehen. Wie der britische Fernsehsender BBC am Montag berichtete, würde sich die britische Truppenstärke in dem Golfstaat damit um rund zehn Prozent reduzieren. Dem Sender zufolge wollte Verteidigungsminister John Reid die Pläne gegen 16.30 Uhr MEZ im Parlament darlegen. Das Verteidigungsministerium wollte sich zunächst weder zu dem BBC-Bericht, noch zum Inhalt der Erklärung Reids äußern.

Die USA und Großbritannien hatten bereits länger Hoffnungen geäußert, ihre Truppen aus dem Irak bald schrittweise abziehen zu können. Für ihren Ersatz durch einheimische Sicherheitskräfte müssten diese allerdings ihre Fähigkeiten verbessern. Britische Befehlshaber klagen indes seit Mitte vergangenen Jahres über eine sich verschlechternde Sicherheitssituation. So hätten schiitische Milizen beispielsweise die örtlichen Polizeikräfte unterwandert.

Die britischen Truppen sind im überwiegend schiitischen Süden des Irak stationiert und haben daher etwas weniger mit den sunnitischen Aufständischen zu tun, gegen die die US-Truppen im Norden des Landes kämpfen.(APA/dpa)

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