Kärntner Fachhochschulen vor Veränderung

14. März 2006, 14:59
9 Postings

Stiftung "Fachhochschule Technikum Kärnten" wird aufgelöst - Landesregierung übernimmt Agenden mit Haider als zuständigem Referenten

Klagenfurt - Die im Jahre 2001 ins Leben gerufene gemeinnützige Privatstiftung "Fachhochschule Technikum Kärnten" wird aufgelöst. Landeshauptmann Jörg Haider will die Agenden der für die vier Fachhochschulstandorte zuständigen Stiftung in die Zuständigkeit der Landesregierung überführen. Die ÖVP wird diesem Vorhaben in der Regierungssitzung am (morgigen) Dienstag zustimmen.

Hohe Kosten

Als Hauptgrund machte Haider am Montag nach einer Sitzung des freiheitlichen Landesparteivorstandes die hohen Verwaltungskosten verantwortlich: "Die Millionen sollen den Studenten zugute kommen und nicht der Verwaltung." Dazu sei nicht einzusehen, dass das Land Kärnten und die Gemeinden jährlich zwölf der insgesamt 19 Millionen Euro für die Fachhochschulen bezahlten und de facto nichts mitzureden hätten.

Für die Verwaltung der Schulen soll daher künftig das Land, respektive eine bei der Landesamtsdirektion angesiedelte Unterabteilung, zuständig sein. Als politischer Referent wird Haider fungieren, in dessen Zuständigkeit der Fachhochschulbereich fällt. Zusätzlich soll ein wissenschaftlicher Beirat installiert werden.

ÖVP-Obmann Landesrat Josef Martinz erklärte auf Anfrage der APA, er werde in der Regierung zustimmen. Grund dafür sei vor allem der Umstand, dass die Standortproblematik gelöst werden müsse: "Das Technikum will eine Konzentration in Villach, wir wollen die Standorte Klagenfurt und Feldkirchen erhalten." Da es hier zu keiner Einigung zwischen Landesregierung und Technikum komme, müsse der Gordische Knoten zerschlagen werden. Wie die künftige Organisationsstruktur im Detail aussehen soll, darüber müsse es noch Verhandlungen geben, vorerst soll nur ein Grundsatzbeschluss gefasst werden, betonte der ÖVP-Chef.

SPÖ stimmt dagegen

Voraussichtlich nicht zustimmen wird die SPÖ. Parteichefin LHStv. Gaby Schaunig: "Wir sind bei Schnellschüssen nicht mit dabei, das dürfte nur ein Ablenkungsmanöver Haiders davon sein, dass er seit langem säumig ist, ein ordentliches Konzept für die Fachhochschulen vorzulegen." Entweder der Landeshauptmann präsentiere ein solches Konzept, das auch eine Nachnutzung von eventuell nicht mehr weiter geführten Standorten sowie einen detaillierten Finanzierungs-Vergleich aller Varianten beinhalte, oder die SPÖ-Regierungsmitglieder würden nicht zustimmen. "Ich fasse doch keine Beschlüsse, ohne zu wissen, was sie im Detail für Folgen nach sich ziehen", meinte Schaunig zur APA.

Die Kärntner Fachhochschulen unter dem Namen "Technikum Kärnten" gibt es seit 1995, sechs Jahre später wurde die Stiftung mit Sitz in Spittal/Drau ins Leben gerufen. Federführend dabei war Bauholding-Chef Hans-Peter Haselsteiner, der auch Stiftungsvorstand wurde. Im vergangenen Jahr wechselte Haselsteiner als Vorsitzender in den Aufsichtsrat und tritt ebenso wie der jetzige Vorstand dafür ein, die Fachhochschulen an einem einzigen Standort - als klarer Favorit gilt Villach - zu konzentrieren. Das hatte aber zu heftige Protesten der Bürgermeister der anderen Standorte, vor allem des Klagenfurter Stadtchefs Harald Scheucher geführt. Der künftige Weg in dieser Frage ist derzeit völlig offen. (APA)

Share if you care.