Haus der Geschichte: "Wir wissen von gar nichts"

20. März 2006, 12:55
posten

Generaldirektor des Staatsarchivs beklagt mangelnde Information

Wien - Mangelnde Information über die Planungsarbeiten für das "Haus der Geschichte" beklagt der Generaldirektor des Staatsarchivs, Lorenz Mikoletzky. "Wir wissen von gar nichts", sagte Mikoletzky bei einer Pressekonferenz am Montag - und das, obwohl er gehört habe, dass ein Teil seines Archivs in das neue Museum integriert werden könnte. "Es wäre an der Zeit, hier eine breitere Basis von Historikern zu finden", so Mikoletzky.

Noch nicht entschieden ist laut DÖW-Chefin Brigitte Bailer-Galanda, ob der Bund das in Wien geplante "Wiesenthal Institut" unterstützt. Es soll neben der Sicherung des Nachlasses von Simon Wiesenthal auch Holocaust-Forschung betreiben. Als Ziel nennt Bailer-Galanda ein Institut, das "auf gleicher Augenhöhe mit Yad Vashem", der israelischen Holocaust-Gedenkstätte, agieren könne. Die Gespräche mit dem Bundeskanzleramt über eine allfällige Förderung laufen.

Abgeblitzt ist Bailer-Galanda beim Bund bisher mit dem Wunsch nach einer Valorisierung des Stiftungsbeitrages für das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), das am Montagabend seine Jahresversammlung abhält. Die letzte Erhöhung habe es 2001 gegeben und sei damals einseitig von der Gemeinde Wien finanziert worden, die bis dahin gemeinsam mit dem Bund jeweils die Hälfte der jährlichen Förderung von derzeit 270.000 Euro getragen habe, so Bailer-Galanda. Sie hofft, dass die nächste Regierung nach der Wahl in Sachen Valorisierung aufgeschlossener sein wird.(APA)

Share if you care.