Juve jubelt über Nullnummer

24. März 2006, 09:25
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Turiner Torhüter Buffon: "Ja, das war der Scudetto" - Capello nach Remis gegen Milan noch vorsichtig - Ausraster von Gattuso einziger Farbtupfer

Turin - Mit einer Nullnummer zum 29. Meistertitel. Nach dem 0:0 im Spitzenspiel gegen Verfolger AC Milan ist Rekordmeister Juventus Turin neun Runden vor Ende der italienischen Fußball-Serie A kaum noch abzufangen. "Ja, das war der scudetto", sagte Juve-Torhüter Gianluigi Buffon. Mit zehn Punkten Vorsprung vor Milan biegen die Tuiner in die Zielgerade ein. "Jetzt haben sie den 29. Titel in der Tasche", schrieb die "La Gazzetta dello Sport" am Montag.

Capello noch auf Euphorie-Bremse

Einzig Erfolgstrainer Fabio Capello weigert sich noch vom sicheren Titelgewinn der "Alten Dame" zu sprechen. Und dabei könnte sich "La Vecchia Signora" nur noch selbst schlagen. Seit 67 Runden führt Juve die Serie A souverän an. Die bisher jüngste Niederlage des Titelverteidigers im Rennen um den "scudetto" liegt 20 Spiele zurück. Seit Monaten gibt sich Juve kein Blöße.

Warum sollte dies so kurz vor dem Ziel anders werden, fragt man sich in den Reihen des Verfolgers aus Mailand und hakte an diesem Wochenende alle Titelträume ab. "Und dabei waren wir besser", klagte Milan-Trainer Carlo Ancelotti. Der beinahe unbespielbare Acker im Delle Alpi-Stadion und der umstrittene Ausschluss von Gennaro Gattuso in der 64. Minute hätten die Rossoneri um den möglichen Sieg gebracht, meinte Ancelotti.

Gattuso sah sprichwörtlich Rot

Die Gelb-Rote Karte war einer der wenigen Farbtupfer in einem mäßigen Schlagerspiel und der Auslöser für einen der typischen Gattuso-Ausraster. Erst beschimpfte der temperamentvolle Mittelfeldspieler den Schiedsrichter als "Verrückten", dann rief er Capello während des Abgangs noch ein paar Schimpfwörter hinterher. "In so einem Moment ist es am besten, man tut so, als habe man nichts gehört", sagte Capello. Um Gattuso überhaupt in die Kabinen zu bekommen, musste Klubkollege Clarence Seedorf alle Kräfte aufbringen.

In der Meisterschaft muss Milan den Blick nun nach hinten werfen. Platz eins ist schier unerreichbar und sogar Rang zwei ist jetzt gefährdet. Nach dem 1:0-Sieg gegen Sampdoria Genua lauert Inter Mailand mit nur noch zwei Punkten Rückstand auf Milan an dritter Position. Ein Fehltritt und der Lokalrivale zieht vorbei und damit direkt in die Champions League ein. (APA/dpa)

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