Katzen in Nickelsdorf möglicherweise nur "kontaminiert"

17. März 2006, 21:27
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Tiere werden nun auf Antikörper getestet, um zu zeigen, ob tatsächlich Infektion vorlag

Wien - Die in der Quarantänestation in Nickelsdorf untergebrachten Katzen aus dem Grazer Tierheim "Arche Noah" könnten möglicherweise gar nicht mit H5N1 infiziert, sondern nur "kontaminiert" gewesen sein, ergab ein Expertengespräch, das am Samstag von der Veterinärmedizinischen Universität Wien abgehalten worden ist. Um diesen Unterschied zu klären, werden neue Tests auf Antikörper durchgeführt, sagte Ulrich Herzog, oberster Veterinär im Gesundheitsministerium, am Montag zur APA.

Bei drei Katzen aus dem Tierheim waren bei einem Rachentupfer-Test H5N1-Viren festgestellt worden, bei weiteren Durchläufen konnten diese nicht mehr nachgewiesen werden. Denkbar wäre also aus wissenschaftlicher Sicht, dass die Tiere beispielsweise mit Viren verschmutztes Stroh, Federn oder Ähnliches ins Maul genommen hatten, ohne sich zu infizieren. Klarheit kann dazu nur ein Bluttest bringen, bei dem die Tiere auf Antikörper geprüft werden. Denn: Reagiert ein Körper auf diese Weise auf ein Virus, wäre klar, dass eine Infektion vorliegt.

Infektion muss nicht unbedingt zu Ausbruch der Krankheit führen

Diese vorläufigen Erkenntnisse brachte eine Expertenrunde, bei der auch der international anerkannte Experte Albert D.M.E. Osterhaus vom Erasmus Medical Center in Rotterdam teilnahm. Osterhaus hatte im Laborversuch nachgewiesen, dass sich Katzen unter einander mit H5N1 infizieren und erkranken können. In freier Wildbahn war dies noch nicht festgestellt worden. Die Infektion mit einem Krankheitserreger muss nicht unbedingt zum Ausbruch der Erkrankung führen. Informationen über das Expertentreffen waren auf Wunsch der Teilnehmer erst nach dessen Ende auf der Homepage der Veterinärmedizinischen Universität veröffentlicht worden.

Die rund 170 Katzen des Grazer Tierheims waren in einem Gehege direkt neben H5N1-infizierten Vögeln untergebracht gewesen. Alle Tiere werden in dieser Woche noch einmal mit Abstrichtests untersucht, so Herzog. (APA)

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