Deutschland schrumpft schneller als erwartet

13. März 2006, 12:47
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Neue Studie sieht in den letzten zwei Jahren Rückgang von 0,7 Prozent bei Kinderzahl - Experte empfielt mehr Gleichberechtigung

Berlin - Die deutsche Bevölkerung schrumpft ExpertInnen zufolge schneller als prognostiziert. "In nur zwei Jahren ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau um 0,7 Prozent auf 1,36 gefallen", sagte der Mitautor einer entsprechenden Studie, Reiner Klingholz, dem Magazin "Focus" laut Vorausbericht. "Dieser Rückgang mag gering erscheinen, er ist aber, wenn er sich so über Jahre fortsetzt, dramatisch." Klingholz ist Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Die Studie soll am Mittwoch vorgestellt werden.

Klingholz zufolge spielt bei dieser Entwicklung die ungleiche Behandlung von Mann und Frau eine entscheidende Rolle. In Ländern, in denen die Unterschiede von Frauen und Männern in Bezahlung und Arbeitslosigkeit niedrig seien, kämen deutlich mehr Kinder auf die Welt. Der Experte verwies etwa auf die skandinavischen Länder und Frankreich.

Wohnen bei Muttern

Wenig Kinder gebe es zudem in Ländern, in denen junge Männer sehr lange zu Hause wohnen blieben. "Länger als die Deutschen bleiben nur noch junge Griechen, Italiener und Spanier im Hotel Mama hängen", sagte Klingholz dem Magazin. (APA/Reuters)

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