Bullen und Co nach Premiere zufrieden

20. März 2006, 16:00
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Klien "happy" über WM-Punkt, Berger kann jetzt "gefahrlos" ausgehen - Wurz von Rosberg und Cosworth beeindruckt

Manama - Nur wenige Stunden nach dem aufregenden WM-Auftakt hatte die Formel-1-Familie Bahrain am Sonntagabend bereits wieder verlassen. Auch Christian Klien verbrachte die Nacht auf Montag bereits in der Business-Klasse des Flugzeuges nach Malaysia. Zufrieden mit dem einen WM-Punkt gleich beim Auftakt, zog der 23-jährige Red-Bull-Pilot eine erste Bilanz. "Nach dem verpatzten Winter war das eine echte Überraschung!"

Überraschend standfest

Red Bull Racing hatte wegen zahlreicher Probleme im Winter nicht einmal die Hälfte des Testprogrammes durchgebracht, laut Teamchef Christian Horner gerade einmal 20 Runden am Stück und deshalb keine einzige Renndistanz geschafft. Die gelang trotz einiger Kupplungsprobleme erstmals im Auftakt-Rennen, in dem überraschend sogar beide "Bullen" ins Ziel kamen. Klien als Achter, Routinier David Coulthard als Zehnter.

Da war es auch zu verschmerzen, dass Klien am Ende Platz sieben gegen den Williams von Nico Rosberg nicht verteidigen konnte. "Er war einfach schneller, wir kamen hingegen nicht mehr auf die Zeiten von anfangs", sagte der Vorarlberger, der aber in seinem "Schicksalsjahr" die erste Bewährungsprobe souverän bestanden hat. Seinen Teamkollegen Coulthard hatte er klar im Griff, "und zwar das ganze Wochenende", wie der Neo-Schweizer aus Hohenems zufrieden feststellte.

Berger muss man nicht mehr bedauern

Nicht ganz so euphorisch war Gerhard Berger nach Platz 11 und 13 für seine beiden Toro-Rosso-Piloten Tonio Liuzzi und Scott Speed, obwohl er sein erstes Rennen als Formel-1-Teambesitzer als "sehr aufregend" bezeichnete. Vor allem Liuzzi vergab mit einem Dreher ein noch besseres Ergebnis für die neue Scuderia, die aber auf Anhieb das Verlierer-Image des Vorgängers Minardi abgelegt hat.

"So gesehen bin ich happy für das ganze Team. Es gab ja Zeiten, da hat man die Menschen bedauert, dass sie in diesem Team arbeiten mussten", sagte Berger und bewies bereits wieder Humor: "Jetzt kann ich wieder in Restaurants gehen, ohne mich blöd anreden lassen zu müssen."

Bergers Ehrgeiz ist aber ungebrochen, auch wenn er direkt zurück nach Österreich flog und den nächsten GP in Malaysia auslassen wird. "Ich habe schon geglaubt, dass der eine oder andere Konkurrent in Bahrain stehen bleiben wird. Das ist überraschender Weise nicht passiert, deshalb hatten wir keine realistische Chance auf Plätze im vorderen Mittelfeld", gestand der Tiroler und zog erste Bilanz für sein von der eifersüchtigen Konkurrenz wegen der V10-Motoren zum "Geheimfavoriten" hochstilisiertes Team. "Wir sind dort, wo wir stehen. Alle sollten jetzt wissen, das wir fair eingestuft worden sind".

Wurz von Rosberg und Cosworth beeindruckt

Freuen durfte sich auch Williams-Testfahrer Alex Wurz. Sein Team brachte beide, auch dank seiner intensiven Freitags-Arbeit perfekt vorbereiteten Autos in die Punkteränge. Super-Talent Nico Rosberg wäre ohne seinen Fehler in der Anfangsphase wohl sofort auf das Podest gefahren. "Respekt, er hat sich super etabliert", lobte Wurz, auch wenn sich durch weitere starke Leistungen des jüngsten Fahrers im Feld seine Chance auf einen baldigen Renneinsatz reduzieren.

Unter dem Strich war der Niederösterreicher aber nicht wirklich überrascht von den Plätzen sechs (Mark Weber) und sieben (Rosberg) seines Teams. Vor allem der starke Cosworth-V8-Motor hielt, was er versprochen hatte. Das Triebwerk dreht als einziges bereits über 20.000 Touren und ist auch standfest genug.

Die Motorenschmiede bewies damit, dass man auch mit weniger Geld aber viel Erfahrung erfolgreich sein kann. "Ich trau es mich ja gar nicht laut zu sagen, aber es ist fantastisch, was Cosworth da an Effizienz hingelegt hat", lobte Wurz. "Auch mit dem zehnfachen Budget wäre wohl kein besserer Motor raus gekommen", machte der Niederösterreicher klar, dass der Weltverband FIA mit dem Sparkurs prinzipiell in die richtige Richtung geht. (APA)

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    Christian Klien und Vitantonio Liuzzi hatten Grund zur Freude.

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