Probleme bei FH-Umstellung im medizinisch-technischen Dienst

  • Bis September soll der künftige Träger der Ausbildung feststehen - danach sollen wie geplant im Herbst 2007 die FH-Studien starten.
    foto: apa/dpa/grubitzsch

    Bis September soll der künftige Träger der Ausbildung feststehen - danach sollen wie geplant im Herbst 2007 die FH-Studien starten.

Die gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD) sollen auf Bakkalaureat-Studien umgestellt werden. Die Maßnahme wird vom MTD-Dachverband euphorisch begrüßt

Anna-Elisabeth Trauttenberg ist erbost. Als Präsidentin des Dachverbands der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD) fällt ihr Groll der Stadt Wien zu, die laut einer Presseaussendung des Verbands "moderne Fachhochschulen verschläft".

Hintergrund ist die seit 2005 bundesweit bestehende Möglichkeit, die Ausbildungen der sieben MTD-Berufe qualitativ zu steigern, indem sie auf Fachhochschulstudiengänge umgestellt werden und mit einem Bakkalaureat abschließen. Niederösterreich, Salzburg und die Steiermark tun dies schon im Herbst. Wien blockiert, so Trauttenberg, die die Ausschreibung auf EU-Ebene und die Verzögerung bis Herbst 2007 als unnötig sieht. Man stoße damit die "1800 Wiener Maturanten, die mit 1. April zur Aufnahmsprüfung antreten", vor den Kopf.

Siebenmal MTD

Konkret ginge es um deren Ausbildungen in Biomedizinischer Analyse, Diätologie, Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Radiotechnologie sowie die Schulung zum Orthoptisten. Momentan ist dafür der Wiener Krankenanstaltenbund zuständig. Abgeschlossen wird mit Diplom.

Im Büro der zuständigen Wiener Stadträtin für Gesundheit, Renate Brauner, nimmt man die Kritik des MTD-Dachverbands gelassen. Der Zeitplan stimme so, wird bestätigt, und dass man auf höchste Qualität in der Ausbildung aus sei. Dass die EU-Ausschreibung daraus resultiere und nur rechtskonform sei.

Bis September soll der künftige Träger der Ausbildung feststehen und sodann sollen wie geplant im Herbst 2007 die FH-Studien starten. Dass man nicht, wie es in anderen Bundesländern der Fall sei, einfach eine der bestehenden FHs ausgewählt habe, ergebe sich aus Gründen der Chancengleichheit. Dem Vorwurf der Bevorzugung beuge man damit schon einmal vor.

"Wien ist in der ersten Runde definitiv nicht dabei", sagt der Geschäftsführer des FH-Rats, Wilfried Grätz. Der Zug sei abgefahren, der Rat mit der Bearbeitung der steirischen, salzburgischen und niederösterreichischen Anträge für das laufende Jahr ausgelastet.

Natürlich "wäre es wünschenswert, wenn alle Bundesländer gleichzeitig starten würden", gibt auch Grätz zu. Aber in Wahrheit habe die Politik in mehr als der Hälfte der Länder noch gar keine Entscheidung getroffen, was die künftige Ausbildung betreffe.

Die Möglichkeit, vom bisherigen Diplom auf das Bakkalaureat upzugraden, würde Grätz begrüßen. Über die konkreten Anrechnungsmöglichkeiten der "alten" Ausbildung müsse aber erst entschieden werden - unter Berücksichtigung "des Ausbildungszeitpunkts, der jeweiligen Berufserfahrung und dergleichen".

Dem Ausleseverfahren für die MTD sieht man in Wien zuversichtlich entgegen. Wer besteht, wird in drei Jahren zu den letzten Wiener Diplomierten der Branche gehören. (DER STANDARD-Printausgabe, 12.3.2006)

Von Bernhard Madlener

MTD Dachverband

Share if you care