Ikea: Bestechungsskandal weitet sich aus

27. März 2006, 15:46
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Manager von Ikea Deutschland sollen von Bauunternehmern bestochen worden sein - Zahl der Verdächtigten laut "WirtschaftsWoche" auf 47 gestiegen

Düsseldorf - Der Bestechungsskandal bei Ikea Deutschland weitet sich offenbar aus. Wie die Düsseldorfer "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main meldete, hat sich die Zahl der Verdächtigen inzwischen auf 47 mehr als verdoppelt. Bei den Ermittlungen der Justizbehörde geht es um den Verdacht, dass Bauunternehmen Gelder an Ikea-Manager gezahlt haben, um Aufträge zu bekommen.

Selbstmord in Zelle

Einer der Hauptverdächtigen im Korruptionsskandal bei dem Möbelhaus hatte im September letzten Jahres Selbstmord begangen. Der 56-jährige leitende Angestellte, gegen den wegen Bestechlichkeit ermittelt worden war, erhängte sich während der Untersuchungshaft in seiner Zelle.

Dem Vorabbericht vom Wochenende zufolge ist auch die mutmaßliche Bestechungssumme deutlich größer als zunächst angenommen. Im Spätsommer habe sie die Staatsanwaltschaft noch mit rund 660.000 Euro veranschlagt. Inzwischen gehe sie davon aus, dass rund 1,6 Mio. Euro an Bestechungsgeld geflossen sind. "Die Schadenssumme kann noch höher liegen", zitiert das Blatt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Entlassungen

Die Ermittler vermuteten nämlich, dass die Bauleute Ikea auch Leistungen berechnet hätten, die nie erbracht wurden. So sei möglicherweise ein Teil des Bestechungsgeldes refinanziert worden. "Fünf Mitarbeiter mussten das Unternehmen schon verlassen", sagte Petra Hesser, seit Jänner Deutschland-Chefin der Einrichtungskette, der "Wirtschaftswoche". (APA/AP/Reuters)

  • Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main geht inzwischen davon aus, dass rund 1,6 Millionen Euro an Bestechungsgeld geflossen sind.
    foto: epa/green

    Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main geht inzwischen davon aus, dass rund 1,6 Millionen Euro an Bestechungsgeld geflossen sind.

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