Vier ermordete ausländische Geiseln gefunden

22. März 2006, 08:00
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Fünf Polizisten bei Bergung der Leichen durch ferngezündete Bombe getötet

Kabul - Bei der Bergung der Leichen ermordeter Mitarbeiter einer deutschen Firma sind in der südafghanischen Provinz Kandahar fünf afghanische Polizisten getötet worden. Die Beamten seien Ziel eines Anschlags geworden, als sie die Leichen der vier Mazedonier in die Provinzhauptstadt Kandahar überführen wollten, sagte Provinzgouverneur Asadullah Khalid am Freitag. Drei Polizisten seien verletzt worden. Die radikal-islamischen Taliban, die sich schon für die Entführung und den Mord an den Mazedoniern verantwortlich erklärt hatten, bekannten sich zu der Tat. Taliban-Sprecher Kari Yussuf Ahmadi sagte, die Rebellen hätten eine Bombe ferngezündet.

Die Mazedonier sollen für das Düsseldorfer Unternehmen Ecolog gearbeitet haben. Nach Angaben der örtlichen Polizei vom Donnerstag waren die Leichen in einem Minenfeld in der Provinz Kandahar geborgen worden. Die Taliban hatten erklärt, bei einem von ihnen handle es sich um einen Deutschen. Dies wurde aber weder vom deutschen Auswärtigen Amt noch von den Behörden in Kabul bestätigt.

Nach Angaben des Düsseldorfer Unternehmens handelt es sich bei den Entführten um Mazedonier. Ein Firmensprecher hatte gesagt: "Wir stehen in ständigem Kontakt zum Krisenmanagement, aber wir haben keine Bestätigung." Ecolog bietet Dienstleistungen für Truppen an, die im Ausland stationiert sind.

Die Taliban hatten erklärt, die Entführten seien hingerichtet worden, weil sie für die Amerikaner gearbeitet hätten. Die Taliban waren bei dem US-Militäreinsatz Ende 2001 gestürzt worden, haben aber gerade in jüngster Zeit ihre Attacken gegen die Regierung in Kabul und Ausländer wieder verstärkt. (APA/dpa)

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