Skoceks Zeitlupe: Vorbild bildet

22. März 2006, 10:47
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Johann Skocek zur wechselseitigen Vorbildfunktion von Sport und Politik in Österreich und vorhandene Ausbildungswege

Wenn die FPÖ-Abgeordneten in einem Haus, aus Untertanensicht das Hohe genannt, einer Parteiakademie eine staatliche Subvention zugeschanzt haben, beklagen sie am Tag darauf bei vollen Bezügen das Arbeitsleid. Hauptsache die Akademie steht. Frage: Welche förderungswürdigen Inhalte vermittelt eine derartige Akademie? Untergriffesetzen? Aufhetzen der Mehrheit gegen Minderheiten? Sündenböckesuche? Das Ignorieren der Gesetze und die Verhöhnung der Verfassung (von BZÖ-Kaderschmiede geklaut)? Die Maximierung des Opportunismus? Die Diffamierung der Schwarzafrikaner als "besonders aggressiv"?

Die Akademie ist der Big Mac gegen den heimischen Bildungshunger. In Hollabrunns Frank-Stronach-Akademie werden Knaben, die ihr Leben vor sich haben, für eine Karriere zwischen Lochpass und Pleiteklubs gestählt. Wenn ein Bub einen Hang zu Waffen und Flucht hat, empfiehlt sich das Sportgymnasium (alt für Akademie) und das Lehrziel Biathlet oder Langläufer. Prüfungsfach: Verhalten bei ungerechtem Dopingverdacht.

Wie das Schauspiel um Wiens Neue-Markt-Garage zeigt, ist der ÖVP- und SPÖ-Bildungsweg ideal für Mimen in der Verwechslungskomödie "Privatinteresse als öffentliches Bedürfnis".

Wenn ein Zögling Talent zum Größenwahn zeigt, bietet sich der Meisterkurs Kärntner Landeshauptmann an. Unschuldstalente reifen im Postgraduate-Kurs zum ÖSV-Präsidenten. Republik kommt von Replik, Österreich, Europas Akademie, hat eine Antwort auf die Frage nach der Zukunft: Die wechselseitige Vorbildfunktion von Sport, Politik, Interessen führt zum positiven Feedback und zum exponentiellen Wachstum an Wissen und Selbstbewusstsein. (Johann Skocek, DER STANDARD Printausgabe 13.03.2006)

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