"Als ob der ORF dem Betriebsratschef gehört"

16. März 2006, 13:42
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Polithickhack um den Küniglberg

Karl Krammer, ORF-Stiftungsrat der SPÖ, wundert sich im STANDARD-Gespräch über die jüngste Wunschliste von Betriebsratschef Heinz Fiedler für das ORF-Management: "Warum kandidiert er nicht gleich selbst als Generaldirektor?" Den wählt der Stiftungsrat im August. Für Krammer ist es "unerträglich, wie sich Fiedler aufspielt, als ob ihm der ORF gehört".

Fiedler empfahl neben diversen neuen Direktoren einen Generalsekretär, um der Generaldirektorin bei Polit-und Medienkontakten zur Hand zu gehen. Dafür ist auch Kurt Bergmann, VP-Fraktionschef im ORF-Stiftungsrat.

Kandidaten

Hubert Nowak, noch bürgerlicher ORF-Landesdirektor im rot gewendeten Salzburg, gilt als Kandidat. Zudem Kanzlersprecherin Heidi Glück. Sie arbeitete weiland auf dem Küniglberg für den damaligen ORF-Generalsekretär Bergmann. Franz Moraks Medienexperte Gerald Grünberger wurde früher dafür gehandelt, zog aber nach Protesten zurück. Ihm fehlt zudem Erfahrung im ORF.

Zudem kursiert der Name des langjährigen Haider-Pressemannes Karlheinz Petritz. BZÖ-Mediensprecher Uwe Scheuch freilich "verwehrt" sich gegen die Wiedereinführung eines ORF-Generalsekretärs. Ebenso SP-Mediensprecher Josef Cap.

"Völlig überflüssig"

Cap nennt den Job "völlig überflüssig". ORF-Generalsekretär war in den Neunzigern der spätere SP-Manager Andreas Rudas, ab 1986 der Sozialdemokrat und spätere ORF-Generalintendant Gerhard Zeiler. (fid, APA/DER STANDARD, Printausgabe, DER STANDARD, Printausgabe, 13.3.2006)

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