Washington denkt Guantanamo-Schließung an

15. März 2006, 14:59
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Laut Regierungsvertreterin gibt es aber keine Pläne zu baldiger Schließung des Lagers

London - Die USA debattieren einer hochrangigen Regierungsvertreterin zufolge über Möglichkeiten für eine Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo. Zwischen den USA und Großbritannien gebe es andauernde Diskussionen darüber, wie Häftlinge in ihre Heimat zurückgeschickt werden könnten und das Lager geschlossen werden könnte, sagte die leitende Mitarbeiterin im US-Außenministerium, Colleen Graffy, am Sonntag im BBC-Fernsehen. Allerdings gebe es derzeit keine Pläne, das Lager in der unmittelbaren Zukunft zu schließen.

Die britische Zeitung "The Independent on Sunday" berichtete, US-Justizminister Alberto Gonzales habe in der vergangenen Woche in London britische Regierungsmitglieder zu ihren Bemühungen befragt, Terrorverdächtige aus Großbritannien in ihre Heimatländer auszuweisen.

Colleen Graffy hofft auf Lösung 2007

"Hoffentlich finden wir im Laufe der Jahre eine Lösung", sagte Graffy mit Blick auf Guantanamo weiter. Diese bestünde entweder darin, die Häftlinge in ihre Heimat zu schicken, oder ihnen die Aussage abzunehmen, dass sie keine Menschen mehr töten wollten.

Die USA halten auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba knapp 500 Terrorverdächtige fest. Besonders die Internierung von Gefangenen auf unbestimmte Zeit und ohne Anklage war auf scharfe Kritik gestoßen.

Auch der britische Premierminister Tony Blair gerät in Großbritannien wegen Guantanamo unter Druck. Kritiker fordern von Blair in der Angelegenheit eine härtere Position gegenüber den verbündeten USA. Blair hat das Lager lediglich als "Anomalie" bezeichnet, mit der es irgendwann ein Ende haben müsse. (APA/Reuters)

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