Israel: "Positive Diskriminierung" von Arabern beschlossen

18. März 2006, 20:30
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Mehr als 110 Stellen in Regierungsämtern werden für arabische Bewerber reserviert

Jerusalem - Die israelische Regierung hat am Sonntag einen Plan zur "positiven Diskriminierung" von Arabern bei der Einstellung in Regierungsbehörden beschlossen. Israelische Medien berichteten, der Entscheidung zufolge sollten innerhalb der kommenden drei Jahre mehr als 110 Stellen in Regierungsämtern für arabische Bewerber reserviert werden. Zudem solle jede Regierungsbehörde, die einen arabischen Kandidaten einstellt, eine weitere Stelle finanziert bekommen.

Obwohl knapp 20 Prozent der israelischen Bevölkerung Araber sind, machen sie nach offiziellen Angaben nur fünf Prozent der Regierungsangestellten aus.

Der arabische Abgeordnete Ahmed Tibi sprach am Sonntag von einer "lächerlichen Entscheidung" während des Wahlkampfs in Israel, die nicht zur Überbrückung der "enormen Kluft" zwischen Juden und Arabern beitragen könne. Er forderte eine "echte Wende" der Politik gegenüber Arabern in Israel anstelle von "kosmetischen Entscheidungen". (APA/dpa)

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