Staatschef Lukaschenko: Meine Gegner sind vom Ausland gekauft

16. März 2006, 18:48
5 Postings

Präsident hat Oppositionsführer verhaften lassen: "Wir schützen sie, sonst erschießen sie sich noch gegenseitig"

Moskau/Minsk - Kurz vor der Präsidentenwahl in Belarus am 19. März hat der autoritär regierende Staatschef Alexander Lukaschenko seine politischen Gegner als vom Ausland gekauft gebrandmarkt. Er habe mehrere Oppositionsführer zu deren eigenem Schutz verhaften lassen, weil in ihren Kreisen um viel ausländisches Geld gekämpft werde, sagte Lukaschenko am Samstagabend dem russischen Sender NTW in Moskau. "Wir schützen die Führer, sonst erschießen sie sich noch gegenseitig."

In der vergangenen Woche waren die Oppositionspolitiker Sergej Antontschik, Winzuk Wetscherko sowie vier Mitstreiter zu Arreststrafen verurteilt worden. Wetscherko hatte eine angeblich illegale Kundgebung für den Oppositionskandidaten Alexander Milinkewitsch organisiert. Der seit 1994 regierende Lukaschenko will bei der Wahl für eine weitere Amtszeit bestätigt werden.

Lukaschenko verhöhnte in dem Fernsehinterview die Opposition: "Sie können im ganzen Land nicht mehr als 2000 Aktivisten sammeln, aber an Geld haben sie (aus dem Ausland) bis zu 100 Millionen Dollar bekommen." Für die Oppositionsführer gehe es nur ums Geschäft, "denn das Geld geht ja nicht an die einfachen Leute". Die Gegner Lukaschenkos können solchen Vorwürfe nicht öffentlich entgegentreten, weil der Präsident ihnen den Zugang zu den Medien versperrt. (APA/dpa)

Share if you care.