Leichen von drei Säuglingen in Sachsen-Anhalt entdeckt

13. März 2006, 09:20
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Früherer Lebensgefährte der Mutter informierte die Polizei - Verhaftet 36-Jährige verweigerte Aussage

Stendal - Die deutsche Polizei hat in einem Dorf in Sachsen-Anhalt drei Säuglingsleichen entdeckt und die 36-jährige Mutter festgenommen. Nach einem Hinweis des früheren Lebensgefährten der Frau fanden Polizisten am Samstag im Einfamilienhaus der Frau in Neuendorf am Damm die stark verwesten Leichen. Zwei lagen in Stoff gehüllt auf dem Dachboden, eine in einer Mülltonne, wie der Sprecher der Polizei in Stendal, Joachim Albrecht, am Sonntag mitteilte. Die Festgenommene verweigere bisher die Aussage.

Die Obduktion der Leichen in der Rechtsmedizin Hannover hat laut Polizei ergeben, dass es sich um Neugeborene handeln könnte. Bisher stehe nur fest, dass es ein Bub und ein Mädchen waren, sagte Albrecht. Das Geschlecht des dritten Kindes sei ungeklärt, weil die in der Mülltonne gelagerte Leiche bereits skelettiert war. Die Todesursache ist ebenfalls noch unklar.

Mutmaßliche Vater weiß von nichts

Der mutmaßliche Vater der Kinder habe angeblich bis vor kurzem nichts von den Kindern gewusst, sagte der Polizeisprecher weiter. Das Paar sei seit einem Jahr getrennt. Der Mann ist nach eigenen Angaben Vater eines zweijährigen Sohns der Verdächtigen, die außerdem einen 17-jährigen Sohn hat. Die beiden Buben wurden bei Freunden untergebracht.

Ende April beginnt der Prozess gegen eine 39-jährige Frau, die im brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd die Leichen von neun Babys in Blumenkästen und -kübeln beseitigt haben soll. Sie ist wegen achtfachen Totschlags angeklagt. (APA/AP)

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