Ruzica Djindjic: "Zoran ist immer mit uns"

14. März 2006, 19:42
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Witwe des vor drei Jahren ermordeten serbischen Premiers glaubt an eine positive Zukunft des Landes

Wien - "Ich bin überzeugt, dass die Ideen von Zoran, Serbien zu europäisieren und demokratisieren, in Serbien auch nach uns weiterleben werden. Das ist genau das, was Zoran mit Zukunft meinte." Ruzica Djindjic, Witwe des vor drei Jahren in Belgrad ermordeten serbischen Premiers Zoran Djindjic, glaubt an eine positive Zukunft Serbiens.

"Eruption von Emotionen" bei Erwähnung seines Namens

Der "positive Geist von Zoran" in der von ihm 1990 gegründeten Demokratischen Partei (DS) sei weiter vorhanden. "Nur die Erwähnung seines Namens führt zur Eruption von Emotionen." Was denkt Ruzica in diesen Momenten? "Ich denke dann, er ist mit uns. Es ist so, als ob seine Ideen und der Geist dessen, wofür Zoran stand, wiederbelebt werden. Man fühlt keine Müdigkeit und ist voller Energie, so, wie er es immer war. Das spielt sich auf einer geistigen und metaphysischen Ebene ab. Und das gibt mir immer neue Kraft und die Überzeugung, dass wir es schaffen werden, etwas von den Ideen zu erhalten, die uns Zoran hinterließ", sagte Frau Djindjic am Samstag in Wien.

In die Tagespolitik will sie nicht einsteigen. Den Posten der DS-Vize-Präsidentin wollte sie nicht annehmen. "Dafür waren familiäre Gründe ausschlaggebend. Meine Kinder sind jetzt im Teenager-Alter und sie brauchen ihre Mutter - vor allem, weil wir eine unvollständige Familie sind." Ruzica Djindjic ist Mitglied des DS-Präsidiums. Ihr Hauptaugenmerk gilt humanitären Tätigkeiten. Sie ist Gründerin und Leiterin des Fonds "Dr. Zoran Djindjic", mit dessen Mitteln junge Serben vorrangig im Bildungs- und Wissenschaftsbereich unterstützt werden.

Aktive Politik habe sie an ihren Mann "delegiert"

Dennoch ist sie auch politisch aktiv. So war sie seit dem tragischen Tod ihres Mannes am 12. März 2003 an allen Wahlkampagnen der DS maßgeblich beteiligt. Und das will sie auch künftig mit voller Kraft tun. "Ich habe mich während meiner Studienzeit zwar für die Politik sehr interessiert, aber es können sich nicht beide Partner in einer Familie mit der Politik befassen. Weil ich dachte, dass mein Mann das am Besten kann, habe ich ihm diesen Bereich überlassen. Ich habe alles an ihn delegiert", sagte Ruzica mit einem Schmunzeln.

Äußert sich nicht zum Prozess gegen mutmaßliche Mörder ihres Mannes

Den derzeit laufenden Prozess gegen die mutmaßlichen Mörder ihres Mannes in Belgrad verfolge sie "nicht physisch", weil sie in keiner Weise Einfluss auf das Verfahren nehmen wolle. Über den Fortgang des Prozesses erhalte sie aber Informationen. "Ich bin nicht im Gerichtssaal, weil ich glaube, dass ich nur stören würde, und das will ich nicht." Sie wandte sich gegen jeglichen politischen "Missbrauch" des Prozesses. "Ich werde mich öffentlich zum Prozess nicht äußern, bis er beendet ist." (APA)

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    Ruzica Djindjic

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