Bürger gedenken des dritten Todestages von Djindjic

14. März 2006, 19:42

Blumen am Grab des ermordeten ehemaligen Regierungschefs

Belgrad - Tausende Bürger Serbiens haben am Sonntag des dritten Todestages des ermordeten Regierungschefs Zoran Djindjic gedacht und Blumen an seinem Grab in Belgrad niedergelegt. Die Grabstätte Djindjic' wurde auch von Familienangehörigen, der Witwe Ruzica, Mutter Mila und Schwester Gordana, sowie dem serbischen Präsident Boris Tadic aufgesucht.

Die Regierung von Ministerpräsident Vojislav Kostunica versammelte sich zu Mittag an der Todesstelle Djindjic' am Eingang in das Regierungsgebäude. Auch die Mitglieder seiner Regierung legten am Eingang Blumen nieder.

Kundgebung am Nachmittag

Am Nachmittag soll im Belgrader Save-Kongresszentrum auch eine von der Demokratischen Partei veranstaltete Kundgebung in Erinnerung an den langjährigen Parteichef stattfinden. Djindjic stand von 1993 bis zum Todestag an der Spitze der Demokratischen Partei.

Der serbische Regierungschef wurde mit zwei Schüssen ermordet, die vom damaligen stellvertretenden Kommandanten der Spezial-Polizeieinheit "Rote Barette", Zvezdan Jovanovic "Zveki", abgefeuert wurden. Als Hauptorganisator des Mordanschlags gilt der frühere Einheitskommandant Milorad Ulemek (früher Lukovic) "Legija". Ein Prozess gegen 13 Personen, die in das Attentat auf Djindjic verwickelt gewesen sein sollen, läuft noch immer vor einem Belgrader Sondergericht. Einige der Angeklagten sind noch auf der Flucht.

Für manch einen Beobachter enthält der Tod des einstigen jugoslawischen Staatschefs Slobodan Milosevic am Vorabend des Todestages von Djindjic eine besondere Symbolik. Seine Ermordung wird in der Öffentlichkeit weitgehend gerade den Anhängern des ehemaligen Präsidenten zugeschrieben.

Die weiterhin zahlreichen Bewunderer von Milosevic versammeln sich seit Samstag Abend vor dem Sitz seiner Sozialistischen Partei (SPS) auf dem zentral gelegenen Studentenplatz, wo Kerzen für den Parteichef und Altpräsidenten angezündet werden. (APA)

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    Hunderttausend Menschen bei einer stillen Prozession zu Belgrads Friedhof in Gedenken an Zoran Djindjic.

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