Wettskandal II: Bisher vier Verhaftete

13. März 2006, 16:25
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Über tatsächliche neue Manipulation in Deutschland aber noch keine Erkenntnis

Hamburg - Im neuen Wettskandal im deutschen Fußball gibt es bisher keine Erkenntnisse, dass tatsächlich ein Spiel manipuliert worden ist. Bei den vier Verhafteten, die versucht haben sollen, vier Regionalligaspiele und ein Spiel der 2. Liga zu manipulieren, handelt es sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" um einen in Bad Dürkheim lebenden Libanesen, einen in Speyer lebenden Serben, einen Malaien und einen Polen.

Über das Internet soll das Quartett in Asien Kombinationswetten platziert haben, vorzugsweise auf Halbzeitstände. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Main ermittelt wegen bandenmäßigen Betrug. In mindestens einem Fall soll ein Spieler Geld angenommen haben. Namen nannten weder die Staatsanwaltschaft noch der Deutsche Fußball-Bund (DFB).

Ausgelöst worden war die Affäre durch eine Selbstanzeige des 1. FC Eschborn beim DFB. Laut Eschborns Vizepräsident Thorsten Schröder ist ein Abwehrspieler in seinem privaten Umfeld angesprochen worden. Der Spieler habe jedoch abgelehnt und den Vorfall dem Verein gemeldet. Dem Spieler sollen bis zu 40.000 Euro geboten worden sein. Die Ermittler kamen laut "Focus" auf die Spur des mutmaßlichen Wettbetrügers, weil dieser bei der telefonischen Kontaktaufnahme seine Telefonnummer nicht unterdrückt hatte.

Der größte private lizenzierte Wett-Anbieter in Deutschland, "betandwin", bekräftigte vor dem Hintergrund des neuen Wettskandals seine "Forderung nach einem regulierten und transparenten Markt". "betandwin" spricht sich in einer am Sonntag verbreiteten Erklärung unter anderen für eine unabhängige Aufsicht und eine Nachverfolgbarkeit von Zahlungsflüssen (keine Ein- oder Auszahlungen in bar) aus. (APA/dpa)

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