Jara: "Es muss sich alles ändern"

21. März 2006, 02:20
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Der Bullen-Bändiger zeigte sich über die Leistung seines Teams gegen Admira entsetzt - diese dagegen spielt "Fußball mit Freude"

Wien - Nach der 0:1-Heimblamage am Samstag gegen die Admira herrscht in Salzburg dicke Luft. Für die Red Bulls setzte es nach dem 0:4-Debakel gegen Sturm nicht nur die zweite Niederlage in Folge, sondern gleichzeitig auch die dritte Heimschlappe der Red-Bull-Ära. Bis Samstag hatten lediglich die Austria (1:0 am 23. April 2005) und Rapid (2:0 am 30. Juli 2005) bei den Bullen gewinnen können.

Unter den knapp 12.000 Augenzeugen der Sensation befand sich auch Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Sein Coach Kurt Jara konnte nach der Blamage gegen das Tabellenschlusslicht nur schwer die Fassung behalten: "Es muss sich alles ändern. Das hatte mit Fußball nichts zu tun. Wir haben einen hochkarätigen Kader und es ist unverständlich, dass diese hoch bezahlten Stars ihre Leistung nicht bringen."

Der ehemalige Tirol-Meistermacher hat angesichts der derzeitigen Form seiner Truppe vor dem Schlager am Sonntag zu Hause gegen Leader Austria ein eher mulmiges Gefühl. "So haben wir gegen die Austria überhaupt keine Chance."

Der neuerlich enttäuschende Neuzugang Andreas Ivanschitz sieht die Lage hingegen bei weitem nicht so düster. "Es ist noch nichts verloren. Die Mannschaft hat das Potenzial um das noch umzudrehen. Wir müssen uns alle an der Nase nehmen und als Mannschaft auftreten."

Admira auch auswärts auf Sieg

Die Admira präsentiert sich 2006 unter dem Trainerduo Ernst Baumeister und Hubert Baumgartner von ihrer absoluten Schokoladenseite - nach den zwei Auswärtspartien gegen die Topklubs Pasching und Salzburg hält man bei sechs Punkten und 4:0 Toren. "Wir sind wieder eine Mannschaft. Wir spielen Fußball - und das mit Freude. Die Mannschaft tritt selbstbewusst und mit Überzeugung auf. Denn dass sie Fußballspielen können, war auch im Herbst schon klar", analysierte Baumeister, der mit der Admira in jeder Parte voll auf Sieg spielen wird. "Alles andere bringt uns nicht weiter."

Sein Coachingpartner Baumgartner fügte hinzu: "Wir suchen auch auswärts das Tor. Die Mannschaft hat das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Es war im Training schon sehr viel Feuer drinnen. Am Donnerstag musste ich das Training abbrechen. Ich habe den Spielern gesagt, dass wir die Kraft für das Spiel gegen Salzburg brauchen."

Das Siegestor schoss Neuzugang Rolf Landerl, der nach seinen Gastspielen in der Slowakei, den Niederlanden, Portugal und Ungarn seinen ersten Treffer in der heimischen Liga markierte. Auch kommenden Samstag tritt die Admira wieder auswärts an, diesmal gegen Meister Rapid.

Mattersburg hadert mit den Referees

Mattersburg, bei einem ausgetragenen Spiel mehr noch acht Punkte vor Admira, trauerte nach dem 1:1 gegen Sturm Graz zwei verlorenen Zählern nach. Einerseits auf Grund der größeren Spielanteile, andererseits auf Grund einer krassen Fehlentscheidung von Schiri Dietmar Drabek, der in der 16. Minute ein klares Hands von Sturm-Tormann Gregorz Szamotulski außerhalb des Strafraums übersah.

"Leider fallen im Moment alle Entscheidungen gegen uns", so Coach Franz Lederer, der keine Angst vor den Südstädtern hat: "Wir müssen auf uns schauen. Dann kann die Admira machen, was sie will." Sturm-Trainer Michael Petrovic sprach von einem gerechten Remis: "Mattersburg war initiativer, aber wir hatten die besseren Chancen."

Kollmann vs. Fan

Neben der Austria, Mattersburg und Salzburg hat auch der GAK zu Hause nicht gewonnen. Gegen Wacker Tirol setzte es mit dem 0:1 die erste Heimniederlage seit November 2004. Danach lagen die Nerven bei den Roten blank, so lieferte sich etwa Goalgetter Roland Kollmann nach Schlusspfiff ein wildes Schreiduell mit einem Fan in der UPC-Arena.

Trainer Lars Söndergaard strahlte aber trotz seiner ersten Niederlage mit dem GAK Ruhe aus: "Wir haben mit drei Punkten gerechnet, haben Druck gemacht, aber die Tore nicht geschossen. Die Form, die wir heute verloren haben, müssen wir uns am Mittwoch zurückholen." Am Mittwoch steht das Nachtragsspiel auswärts gegen den Tabellenführer und Ex-Söndergaard-Arbeitgeber Austria Wien auf dem Programm. (APA)

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