Biometrie soll den Autoschlüssel ersetzen

21. März 2006, 12:01
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Muster der Venen im Finger soll von Infrarot-Sensoren erkannt werden

Der Autoschlüssel könnte nach Ansicht des japanischen Technologiekonzerns Hitachi schon in absehbarer Zukunft durch biometrische Zugangssicherung ersetzt werden. Statt auf den Fingerabdruck setzt das Unternehmen dabei auf das Muster der Venen im Finger, das mit Infrarot-Sensoren erkannt wird, sagte der Chefstratege von Hitachi für IT und Telekommunikation, Mitsuo Yamaguchi, auf der CeBIT der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Mit Hilfe des Venenmusters sei dagegen immer eine zuverlässige Identifikation möglich

"Wenn der Finger sehr trocken oder verletzt ist, können Fingerabdrücke nur sehr schwer erkannt werden." Mit Hilfe des Venenmusters sei dagegen immer eine zuverlässige Identifikation möglich. In Japan setzen Großbanken wie Mizuho und Sumitomo Mitsui die Technologie bereits in Geldautomaten ein.

"Künftig werden wir aber mehr und mehr IT im Auto sehen"

Die Informationstechnologie werde das Auto immer stärker durchdringen, betonte Yamaguchi. "IT und Auto waren in der Vergangenheit sehr stark voneinander getrennt, nicht zuletzt weil es beim Autofahren um Leib und Leben geht." "Künftig werden wir aber mehr und mehr IT im Auto sehen", etwa Unterhaltungselektronik für unterwegs. So produziert Hitachi austauschbare Festplatten, auf denen sich Filme abspeichern lassen. "Die kann sich dann der Beifahrer auf dem Navigationssystem ansehen", sagte Yamaguchi.

Die auf elektronischen Autokomponenten vorinstallierte Software (embedded systems) werde zunehmend miteinander verbunden. Eines Tages werde es auch ein einheitliches Betriebssystem für Autos geben.

RFID

Radio Frequency Identification (RFID) ist ein weiteres großes Thema für Hitachi. Bisher wird die Funk-Technologie, mit der sich Gegenstände identifizieren und verfolgen lassen, in der Öffentlichkeit vor allem als potenzieller Nachfolger des herkömmlichen Strichcodes im Einzelhandel und in der Logistik wahrgenommen.

"RFID und das dazugehörige Sensornetzwerk werden die IT-Landschaft von Grund auf verändern", betonte dagegen Yamaguchi. "Zuvor haben Menschen die Daten erstellt, jetzt werden sie automatisch generiert." Hitachi versah im vergangenen Jahr die Eintrittskarten für die Weltausstellung im japanischen Aichi mit RFID-Chips. "Wir hatten mit den 22 Millionen Tickets keinerlei Probleme." Bis zum Sommer soll die Entwicklung eines neuen RFID-Chips mit Namen Hibiki abgeschlossen sein. "Wir wollen der weltweit zuverlässigste Hersteller von RFID-Tags werden", sagte Yamaguchi. Als Preisziel nannte er 5 US-Cent pro RFID-Tag. Als Schallgrenze für einen allgemeinen Einsatz der Technik gilt die Marke von einem Cent je Etikette.

"Die Leute wollen nicht, dass man ihnen hinterherspioniert."

Technische Schwierigkeiten wie etwa die verwendeten Sendefrequenzen seien nicht das größte Problem bei der Einführung von RFID. "Datenschutzprobleme werden schwieriger zu lösen sein", sagte Yamaguchi. "Die Leute wollen nicht, dass man ihnen hinterherspioniert."(APA/dpa)

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