Peking will Todesstrafe nicht abschaffen

21. März 2006, 15:23
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"Nicht die richtige Bedingungen" - Nur "kleine Zahl von Verbrechern" werde hingerichtet

Peking - China will die Todesstrafe nicht abschaffen. Es gebe "nicht die richtigen Bedingungen" dafür, wies der Sprecher des Obersten Gerichts, Sun Huapu, internationale Kritik an der massiven Anwendung der Todesstrafe in China zurück.

Wie die amtlichen Medien am Sonntag berichteten, verwies der Sprecher auf das erreichte Entwicklungsniveau Chinas "in der frühen Phase des Sozialismus und als Entwicklungsland". Es gebe einen niedrigen Entwicklungsstand, in dem die Öffentlichkeit an den Grundsatz glaube, "dass ein Mörder für sein Opfer mit seinem Leben bezahlen muss".

Nur "kleine Zahl von Verbrechern" werde hingerichtet

Es werde auch "nur eine kleine Zahl von Verbrechern" hingerichtet, die besonders schwere Verbrechen begangen hätten, argumentierte der Sprecher, obwohl in China jedes Jahr mehr Menschen hingerichtet werden als im Rest der Welt zusammen. Akademische Kreisen gehen von 8000 Exekutionen jährlich in China aus.

Außerdem wird die Todesstrafe in China keineswegs nur bei Mord oder Gewaltverbrechen verhängt, sondern bei insgesamt 68 Tatbeständen, von denen die Hälfte nicht einmal gewalttätige Vergehen sind. So können auch Korruption und Wirtschaftsverbrechen mit dem Tode bestraft werden. (APA/dpa)

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