Geiselnehmer wollte Deutschlandaufenthalt verlängern

13. März 2006, 21:20
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Abgelehnter Asylbewerber bedrohte in einem Krankenhaus in Eschweil frühere Freundin und Neugeborenes

Aachen - Jener 32-Jährige, der am Sonntag in einem Krankenhaus in Eschweil im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen seine frühere Freundin und ihr neu geborenes Kind stundenlang als Geisel gehalten hat, wollte auf diese Weise seinen Aufenthalt in Deutschland verlängern. Wie die Polizei in Aachen am Montag weiter mitteilte, handelt es sich um einen Mann syrischer Herkunft, dessen Asylantrag abgelehnt worden war.

Der Geiselnehmer, der nach Angaben der Polizei schon seit Monaten in psychiatrischer Behandlung war, hatte sich am Sonntagvormittag im Krankenhaus von Eschweiler im Zimmer seiner Ex-Freundin verbarrikadiert, die dort mit ihrem zwei Tage alten Sohn lag. Der Syrer war mit einer Pistole bewaffnet und verschüttete Benzin aus einer Plastikflasche in dem Krankenzimmer.

Widerstandslose Festnahme

Nach Stunden gelang es Spezialisten der Kölner Polizei, Kontakt mit dem Geiselnehmer aufzunehmen. Dieser übergab nach dem Bericht der Polizei zunächst den Neugeborenen, später auch Pistole und Munition an die Beamten, bevor er mit seiner Ex-Freundin das Krankenzimmer verließ und sich widerstandslos festnehmen ließ. Er gab in seiner Vernehmung an, die 35-jährige Frau habe ihre Beziehung zu ihm beendet. Außerdem gehe er davon aus, dass er der Vater des Kindes sei.

Der 32-Jährige wurde am Montag dem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen Geiselnahme, eines Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie der versuchten Herbeiführung eines Branddelikts. (APA/AP)

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