Schlechte Zeiten für Piraten und für legale Nutzer

9. Mai 2006, 14:43
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Auf Druck der Hollywood-Studios liegt die Kopier-Toleranzgrenze bei High- Definition-Kinofilmen bei null

Auf Druck der Hollywood-Studios liegt die Kopier-Toleranzgrenze bei High-Definition-Kinofilmen bei null. Bei den DVD-Nachfolgern Blu-Ray-Disk und HDDVD geht die Filmindustrie auf Nummer "Absolut sicher" und setzt mit dem Advanced Access Content System (AACS) auf ein neues digitales Rechtemanagement, schreibt die Computerzeitschrift PC Professionell.

Kennung

Der Kopierschutz erstreckt sich nun nicht nur auf die Medien, sondern bezieht alle an der Wiedergabe beteiligten Geräte mit ein. Durch das digitale Rechtemanagement (Digital Rights Management, DRM) bestimmt die AACS LA (License Administration) welche Displays und Abspielgeräte die HDTV-Videos wiedergeben dürfen. Jedes Gerät bekommt durch die AACS-Organisation eine Kennung zugewiesen, den so genannten Device Key. Dieser wird in einem geschützten internen Speicher des Wiedergabegeräts abgelegt und ermöglicht es, die Rechte exakt mit diesem Gerät zu verknüpfen. Der Kopierschutz soll sich nicht aushebeln lassen. Dafür sorgt die als sicher geltende AES-Verschlüsselung, die mit 128 Bit langen Keys arbeitet.

Sperre

Wird ein einzelnes Gerät - Fernseher, Beamer oder Player - als "geknackt" eingestuft, kann es die AACS-Organisation sperren, ohne dass sie dazu den Kopierschutz ändern muss. Eine Liste der gecrackten Geräte findet sich auf jeder HDDVD oder Blu-Ray-Disk - im Media Key Block. Die Liste lässt sich mit jeder Pressung aktualisieren. Legt man ein HD-Medium in den Player, überträgt dieser die schwarze Liste in seine Firmware. Taucht die Kennung des Gerätes darin auf, wird es gesperrt. Videos spielt der Player oder das Display dann gar nicht mehr oder nur noch in geringer Qualität ab. Auch ältere Disks lassen sich dann nicht mehr wiedergeben.

Wehrlos

Gegen die Sperrung seines Gerätes kann sich der Anwender nicht wehren - selbst wenn es irrtümlich auf der Liste gelandet ist. Ein als geknackt eingestuftes Gerät lässt sich zwar über ein Firmware-Update mit einem neuen Device Key versorgen und dadurch wieder entsperren. Einem solchen Upgrade muss die AACS LA jedoch zuerst zustimmen. (red)

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