Finanzministerium sperrt zu

14. März 2006, 13:21
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Stadtpalais von Prinz Eugen wird renoviert - Ehemaliges Statistik Austria-Gebäude als Ausweichquartier für Ministerium

Wien - Das Finanzministerium übersiedelt nächstes Jahr. Das einstige Winterpalais von Prinz Eugen in der Wiener Himmelpfortgasse, in dem das Ministerium jetzt untergebracht ist, muss renoviert werden. Das Ministerium übersiedelt in der Zwischenzeit für voraussichtlich vier Jahre in das ehemalige Gebäude der Statistik Austria in Wien-Landstraße, das bis dahin noch adaptiert wird. Die Kosten dafür sollen mit Gebäudeverkäufen gedeckt werden. Darauf haben sich Finanzminister Karl-Heinz Grasser (ÖVP) und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) als zuständige Ressortchefs geeinigt.

Die Übersiedlung soll im Frühjahr 2007 erfolgen. Etwa 820 Mitarbeiter sollen dann von der Himmelpfortgasse in das Ausweichquartier in der Hinteren Zollamtsstraße wechseln. Das dort bestehende Gebäude, in dem die Statistik Austria untergebracht war, wird "entkernt" und als zeitgemäßer, klimatisierter Bürobau wieder aufgebaut. Der Stiegenhauskern soll mit einem Glasquader um drei Stockwerke erhöht werden. In diesem Glasaufbau sollen der Minister und der Staatssekretär sowie die beiden Kabinette untergebracht werden.

Rückkehr nach vier Jahren

In diesen modern ausgestatteten Büroeinheiten soll das Finanzministerium aber nur vier Jahre lang bleiben. Dann ist die Rückkehr in das Palais in der Himmelpfortgasse geplant, das in der Zwischenzeit saniert wird. In das historische Gebäude wird im Zuge der Renovierung eine moderne Büro- und Kommunikationsstruktur installiert.

Saniert wird dabei nicht nur das Winterpalais des Prinzen Eugen sondern auch das unmittelbar angrenzende Palais Questenberg in der Johannesgasse. Auch das gegenüber dem Winterpalais liegende Gebäude in der Himmelpfortgasse, das der Bundesimmobiliengesellschaft gehört, aber ebenfalls vom Finanzministerium genutzt wird, soll adaptiert und dabei zusätzlicher Büroraum geschaffen werden.

Verkäufe decken Renovierungskosten

Die prognostizierten Kosten will das Finanzministerium vorerst noch nicht nennen. Es wird aber betont, dass sie "im Wesentlichen" aus dem Verkauf mehrerer Gebäude gedeckt werden. Konkret werden ein Gebäudekomplex des Finanzministeriums in der Kärntnerstraße aus den 50er und 60er Jahren sowie zwei ehemalige Finanzämter am Schottenring und in der Riemergasse sowie ein Wohn-Bürohaus in der Seilerstätte veräußert.

Das Winterpalais wurde ursprünglich 1695 nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach für Prinz Eugen von Savoyen erbaut. Der viergeschoßige Prachtbau mit drei schönen Portalen ist eines der schönsten Wiener Palais. Hier befand sich Prinz Eugens erster repräsentativer Wohnsitz, hier empfing er Gäste aus ganz Europa, hier richtete er seine weit über die Grenzen hinaus bekannte und berühmte Bibliothek ein und hier starb er auch. Nach der Fertigstellung des Belvedere lebte er nur mehr während der Wintermonate in seinem Stadtpalais, im Sommer weilte er im Schloss Belvedere. (APA)

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    Das ehemalige Winterpalais von Prinz Eugen in der Wiener Himmelpfortgasse. Das Finanzministerium sperrt für vier Jahre wegen Renovierung zu.

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