Neuer VW-Golf soll früher als geplant schon 2008 kommen

27. März 2006, 13:10
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Produktionskosten sollen gesenkt werden

Frankfurt - Europas größter Autobauer Volkswagen will Konzernkreisen zufolge den neuen Golf schon 2008 auf den Markt bringen und damit ein Jahr früher als geplant. "Das ist richtig, der Golf soll schon 2008 kommen", sagte ein mit den Planungen Vertrauter am Samstag. Bei der Fertigung des wichtigsten Modells der Wolfsburger sollten zudem die Ausgaben reduziert werden im Vergleich zum Golf V, der im Herbst 2003 auf den Markt kam. "Die Produktionskosten sollen gesenkt werden."

Zuvor hatten "Der Spiegel" vorab sowie die Zeitung "Die Welt" (Samstagausgabe) berichtet, VW-Markenchef Wolfgang Bernhard wolle den Kompaktwagen so konzipieren lassen, dass er einfacher und günstiger zu montieren sei als die Vorgängervariante. Der Konzern wollte sich nicht dazu äußern.

Effizienz

Derzeit benötigt VW für die Produktion des Golf V, von dem inklusive der Hochdachversion Golf Plus im vergangenen Jahr 706.000 verkauft wurden und damit gut sieben Prozent mehr als 2004, doppelt so lange wie einige Konkurrenten für vergleichbare Autos. Bernhard will dies ändern und VW in Sachen Effizienz mehr in Richtung des japanischen Herstellers Toyota trimmen, der in der Autobranche hier als vorbildlich gilt.

Nach einem Vorabbericht des Magazins "Focus" haben sich unterdessen die Wogen im Machtkampf an der Führungsspitze von Volkswagen wieder etwas geglättet. Aufsichtsratschef Ferdinand Piech soll sich demnach bei Vorstandschef Bernd Pischetsrieder für seine öffentlichen Äußerungen zu dessen angeblich fraglicher Vertragsverlängerung bei VW entschuldigt haben. Piech, der selbst jahrelang Volkswagen führte, hatte den früheren BMW-Chef als seinen Nachfolger geholt.

In mehreren Telefonaten soll Piech auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff sowie Porsche-Chef Wendelin Wiedeking - als Vertretern der größten VW-Aktionäre - versichert haben, dass er Pischetsrieder mit einem Zeitungsinterview nicht habe schaden wollen. Darin hatte er ausführlich auf den Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gegen Pischetsrieder hingewiesen und Zweifel an einer Vertragsverlängerung für den Bayern geschürt. Piech habe nun aber allen Beteiligten zugesichert, Pischetsrieder zu unterstützen, dessen Vertrag noch bis 2007 läuft. (APA/Reuters)

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