Mesic: Milosevic entging Gerechtigkeit

13. März 2006, 15:27

Mesic: "Schade, dass er verdiente Strafe nicht bekam" - Bosniens Präsident Tihic: Er entging der gerechten Strafe

Zagreb/Sarajevo - In Kroatien herrscht Einigkeit, dass der verstorbene jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic der Gerechtigkeit entkommen ist. "Es ist schade, dass er seine verdiente Strafe nicht bekommen hat", sagte der kroatische Ministerpräsident Stjepan Mesic gegenüber der kroatischen Nachrichtenagentur HINA. Ähnlich äußerte sich der Präsident Bosnien-Herzegowinas, Sulejman Tihic, der bedauerte, dass nun nicht mehr sein gerechtes Urteil erhalten werde.

Der Präsident des kroatischen Parlaments, Vladimir Seks, vertrat die Auffassung, dass nun nicht mehr der Gerechtigkeit Genüge getan werde könne. "Der balkanische Henker Slobodan Milosevic ist der Gerechtigkeit des Tribunals entkommen", sagte Seks gegenüber dem öffentlichen kroatischen Fernsehen HTV, mit Blick auf den laufenden Kriegsverbrecherprozess des Haager Tirbunals.

"Bewegte Kriegsmaschinerie"

Die kroatische Regierung hat den Tod Milosevics als "Ende des schwersten und destruktivsten Zeitraums im Leben der Länder und Völker dieses Teils Europas" bezeichnet. "Milosevic hat die Kriegsmaschinerie, die das Unglück von hundert tausenden Leute verursachte, bewegt", hieß es in einer Mitteilung der kroatischen Regierung in Zagreb.

Der bosnische Präsident Tihic erklärte in Sarajevo: "Es wäre für die Opfer, die Wahrheit und Gerechtigkeit besser gewesen, wenn er lange genug gelebt hätte, um das Ende seines Prozesses zu erleben." Milosevic werde in Erinnerung bleiben als eine "negative Person der Geschichte, die hauptverantwortlich für das Blutvergießen im früheren Jugoslawien war". Er werde in Erinnerung bleiben "als das erste Staatsoberhaupt, das wegen Kriegsverbrechens und Volksmordes angeklagt wurde", so Tihic. (APA)

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