Srebrenica-Überlebende bedauern Tod vor Prozessende

13. März 2006, 18:52

Witwen und Mütter: "Es scheint, als habe Gott ihn bestraft"

Sarajevo - Überlebende des Massakers von Srebrenica haben den Tod des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic vor einer Verurteilung durch das Haager UN-Tribunal bedauert. "Es ist schade, dass er niemals verurteilt werden wird und wir den Schuldspruch nicht hören werden", sagte Hajra Catic, Präsidentin eines Verbandes überlebender Frauen von Srebrenica, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. "Aber es scheint, als habe Gott ihn bestraft", fügte die Moslemin hinzu, deren Sohn und Ehemann bei dem Massaker im Juli 1995 umgebracht worden waren.

Das von bosnischen Serben verübte Massaker nach dem Fall der UN-Schutzzone im ostbosnischen Srebrenica gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Mehr als 7.000 moslemische Männer und wurden damals getötet. Milosevic war wegen seiner Rolle im Bosnien-Krieg (1992-1995) wegen Völkermordes angeklagt gewesen. (APA/AFP)

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