Russland kritisiert UNO-Tribunal

13. März 2006, 15:27

Ex-Präsident wurde ärztliche Behandlung in Moskau untersagt

Moskau - Das russische Außenministerium hat nach dem Tod des als Kriegsverbrecher angeklagten Slobodan Milosevic indirekt Kritik an den Richtern des UNO-Tribunals in Den Haag geübt. "Wir bedauern, dass ungeachtet unserer Garantien das Tribunal Milosevic die Möglichkeit einer ärztlichen Behandlung in Russland untersagt hatte", teilte das Außenministerium am Samstag in Moskau mit.

Der frühere jugoslawische Präsident hatte vor seinem Tod wiederholt über Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme geklagt. Das UN-Kriegsverbrechertribunal verweigerte ihm am 24. Februar eine vorübergehende Entlassung aus dem Gefängnis, um sich in Moskau behandeln zu lassen. Zur Begründung sagten die Richter, sie seien nicht überzeugt davon, dass Milosevic zur Fortsetzung seines Prozesses nach Den Haag zurückkehren würde.

Milosevics Bruder Borislav lebt in Moskau, wo er Ende der 1990er Jahre als jugoslawischer Botschafter gearbeitet hatte. Auch die mit internationalem Haftbefehl gesuchte Ehefrau des verstorbenen Ex-Präsidenten, Mirjana Markovic, sowie dessen Sohn Marko sollen sich nach Medienberichten im Land aufhalten. (APA)

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