Capitals können wieder hoffen

20. März 2006, 16:05
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Salzburg verlor Playoff-Match am grünen Tisch - Thoresen nicht spielberechtigt - Spielstand in der Halbfinalserie nur noch 2:1

Wien/Salzburg - In der Playoff-Serie der Erste Bank Eishockey Liga zwischen den Red Bulls Salzburg und Vienna Capitals steht es nicht mehr 3:0, sondern nur noch 2:1 für die Mozartstädter. Die Salzburger, die im dritten Match der "best of seven"-Halbfinalserie einen 6:3-Heimsieg gefeiert hatten, verloren diese Partie nachträglich am grünen Tisch 0:5, wie der Österreichische Eishockey-Verband (ÖEHV) am Samstag mitteilte.

Thoersen nicht angemeldet

Als Grund für diese Entscheidung des Straf- und Beglaubigungssenats der Liga wurde die unberechtigte Teilnahme des Salzburg-Neuzugangs Patrick Thoresen angeführt. Der Norweger war kurzfristig im Tausch für den US-Stürmer Darby Hendrickson verpflichtet, jedoch nicht rechtzeitig ordnungsgemäß angemeldet worden.

Gemäß den Durchführungsbestimmungen der Liga hatten die Salzburger die Möglichkeit, einen Transferkartenspielertausch durchzuführen. Die dafür nötigen Ab- und Anmeldeunterlagen sowie die Transferkarte für die beiden betreffenden Spieler langten am Freitag in der Geschäftsstelle des ÖEHV ein. Bei der Durchsicht der Unterlagen stellte sich dann heraus, dass sowohl die Anmeldeunterlagen für Thoresen als auch die Abmeldeunterlagen für Hendrickson unvollständig waren.

Meldevorschriften nicht erfüllt

Somit wurden die Meldevorschriften des ÖEHV nicht erfüllt. Der Spieler Thoresen war am Donnerstag noch nicht ordnungsgemäß gemeldet und daher nicht einsatzberechtigt, weshalb das Match gemäß der Disziplinarordnung des Verbandes zu Gunsten der Caps strafbeglaubigt werden musste. Damit stehen die Wiener am Sonntagabend (18 Uhr) im Heimspiel nicht mehr mit Rücken zur Wand, sondern haben nun sogar die Chance auf den 2:2-Ausgleich in der Halbfinalserie.

"Wir werden diese Entscheidung so akzeptieren, auch wenn sie sehr hart ist, da es nur um einen fehlenden Abschnitt ging, der nicht rechtzeitig beim Verband eingetroffen ist. Trotzdem werden wir keinen Einspruch einlegen. Aber vielleicht sollte der Verband seine Anmeldebestimmungen überdenken", sagte Salzburgs Pressesprecher Guido Stapelfeldt auf Anfrage der APA - Austria Presse Agentur. "Es ist halt schade für die Mannschaft, die aber nun die entsprechende sportliche Antwort am Sonntagabend geben will."

Capitals waren nicht aktiv

"Wir haben in dieser Causa nichts gemacht", betonte Caps-Vizepräsident Martin Platzer, als er von der APA vom Liga-Urteil erfuhr. "Das macht jetzt das Spiel am Sonntag, das wir ohnehin gewinnen wollten, natürlich noch interessanter."

Der Eishockey-Meister hatte kurz vor dem Playoff-Start das Landesgericht Wien für Zivilrechtssachen (ZRS) bemüht, um die vollständige Wiederholung des Penaltyschießens der vorletzten Grunddurchgangs-Partie gegen Villach zu verhindern. Der VSV hatte damals ebenso wie die Playoff-Konkurrenten der Capitals (Innsbruck, Linz, KAC) beim Strafsenat gegen die Wertung der 4:5-Niederlage nach Penaltyschießen protestiert.

Grund dafür war die Entscheidung des slowakischen Top-Referees Jonak, das Match zu beenden und die Caps zum Sieger zu erklären, nachdem bei den Villachern an Stelle des angeblich falsch notierten Lanzinger (Nummer 24) VSV-Topscorer Bousquet (Nr. 54) zum Penalty angetreten war. Schließlich wurde das Penaltyschießen beim Stande von 2:1 für die Wiener wieder aufgenommen. Da Lanzinger in der "Fortsetzung" verschoss, standen die Wiener am Ende endgültig als 5:4-Sieger und Aufsteiger ins Playoff fest. (APA)

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