FP-Volksbegehren als "Alarm" und Hilfe

von Redaktion  |  20. März 2006, 17:32
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    Das FPÖ-Volksbegehren wurde von vielen SPÖ-WählerInnen unterzeichnet

Meinungsforscher: Unterstützung kam vor allem von SP-Wählern, Älteren und Arbeitern

Wien - 101.000 Unterschriften? 200.000? Oder 300.000? – Die genaue Zahl spielt wenig Rolle, Hauptsache, sie ist sechsstellig. Findet zumindest Peter Hajek vom Meinungsforschungsinstitut OGM: "Es ist für Heinz-Christian Strache fast egal, wie viele Leute unterschrieben haben." Denn das Ziel, über die Marke von 100.000 Unterschriften zu klettern, habe der FPÖ-Chef mit seinem Anti-EU-Volksbegehren "Österreich zuerst" erreicht. Damit wird das Volksbegehren im Parlament behandelt – wenn es nach der FPÖ geht, noch im Frühjahr.

Herauskommen wird dabei wenig bis nichts, wie bei früheren Volksbegehren. Daher habe die Zahl der Unterschriften so wenig Gewicht, analysiert Hajek im STANDARD-Gespräch: "Ob 200.000 oder eine Million unterschreiben ist den Regierenden relativ egal. Die Unterschriftenmenge sagt nichts über den Erfolg eines Volksbegehrens aus."

Denn der Erfolg – oder Misserfolg – eines Volksbegehrens messe sich nach ganz anderen Kriterien: "Ein Erfolg ist es für Strache, wenn es gelingt, das Thema auf der Tagesordnung zu halten. Für die FPÖ ist wichtig, ihre Position klar zu machen und im Gespräch zu bleiben. Selbst wenn politische Gegner das Volksbegehren als Misserfolg brandmarken, bleibt Strache im Gespräch."

Signal für die SPÖ

Diesen Erfolg hat sich die FPÖ auch einiges kosten lassen: Mehr als eine Million Euro wurde in die Werbung für das Volksbegehren investiert. Punkten konnte die FPÖ vor allem in Wien und Oberösterreich, dort, wo sie die intaktesten Parteistrukturen hat. Mit rund 250.000 Unterschriften liegt das Volksbegehren etwa auf dem Niveau des Anti-Euro-Volksbegehrens der FPÖ aus dem Jahr 1997.

Auch für den ÖVP-nahen Meinungsforscher Peter A. Ulram von Fessel-GfK ist weniger die Zahl der Stimmen bedeutend – als deren Herkunft: Eine Stichprobenanalyse unter 2000 Befragten zeigt, dass SPÖ-Wähler am öftesten unterzeichneten. Erst nach ihnen kommen FPÖ-Wähler, dann ÖVP-Anhänger. Denn die Hauptgruppe der Unterzeichner – Pensionisten und Arbeiter – kommt direkt aus SPÖ-Kernwählerschichten.

Als Motiv für die Unterschrift dominierte laut Ulram die Ablehnung eines EU-Beitritts der Türkei, gefolgt von der Meinung, dass "zu viele Ausländer" in Österreich lebten. Relevanter als das Volksbegehren ist für Ulram dessen Botschaft: "Die Unterschrift so vieler SPÖ-Wähler bedeutet, dass der Gleichklang in der EU-kritischen Argumentation von SPÖ und FPÖ offenbar zum Abbau von Barrieren zwischen den Parteien beiträgt." Für Ulram ein Déjà-vu-Erlebnis: "Ähnliches zeigte sich in den 90er-Jahren beim Ausländerthema und beim Anti-Ausländervolksbegehren."

Die Folgen sind bekannt: Wähler wechselten scharenweise von der SPÖ zur FPÖ. Auch daher müsse, so Ulram, das Volksbegehren ein Alarmsignal für die SPÖ sein: "Es zeigt, dass etwas in Bewegung ist." Für ÖVP und Grüne sei das Volksbegehren irrelevant: Ihre Wähler unterschrieben kaum – wenig überraschend, da sie überwiegend EU-Befürworter sind. (DER STANDARD, Printausgabe, 14.03.2006)

Von Eva Linsinger
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Diego: Das alte Lager
14.03.2006 11:46
Was is´n heut´ los!?

Heute gibt´s wieder massenhaft Überstunden in der Löwelstraße, die Computer rauchen!

strawinskyi
14.03.2006 11:45
nunja, die strategie der spö scheint goldrichtig zu sein...

...ein bisschen eu-skepsis im programm kann nicht schaden, damit die fpö nicht zu stark wird. wird eher eng für die neoliberalen, freue mich schon auf rot-grün...

1derful4u
14.03.2006 12:01
Träumer!

Ein Blick nach Deutschland reicht und Du siehst wie Rot-Grün ein Land nahe an den Abgrund führen kann. Da war keine Spur von Wende oder einer "Enge" für Neoliberale ... Schröder/Fischer waren doch in Präpotenz und Selbstherrlichkeit nicht zu überbieten. Wenn das die Vision von Rot-Grün war, dann klingt dein Posting nach einer gefährlichen Drohung!

Alex999at  
14.03.2006 12:59
?

österreich ist nicht gleich deutschland.
dieses argument stammt aus der oevp und der fpoe/bzoe:
rot-gruen = teufel, schauts nach deutschland, gähn...

1derful4u
14.03.2006 16:08
mmhh ...

es gehört schon ein hohes Maß an ideologischem Scheuklappendenken dazu, die Talfahrt der Deutschen unter Rot-Grün als eine Propaganda-Idee von "... oevp und der fpoe/bzoe" darzustellen. Vielleicht sollten Sie sich besser mal bei Betroffenen in Deutschland umhören statt zu phantasieren ...

Alex999at  
14.03.2006 18:56
...

rot-grün in deutschland ist nicht gleich rot-grün in österreich.
die teufel-an-die-wand-malung ist schon teil der regierungspropaganda

mr smoky
14.03.2006 13:14

naja, aber die övp hat rot-grün in d nicht wirtschaftsfreundlich vorgeworfen ;)

xy555 
14.03.2006 11:49
Träum weiter

Gott wird uns vor diesem Wahnsinn schützen!

Fred Fred   
14.03.2006 12:04

hahaha? das war ironisch gemeint, oder?

dude 303
14.03.2006 11:54



wow - so viele argumente auf einmal!

nach den letzten 5 jahren die ja derart geprägt von toller, kompetenter, unwahnsinniger politik war kanns eigentlich nur besser werden! selbst wenns eine koalition aus grauen panthern und jogipartei gibt! schüssels bilanz der letzten 5 jahre ist ununterbietbar!

strawinskyi
14.03.2006 11:53

sie wissen aber eh, dass gott ein kommunist ist?

W. R.
14.03.2006 14:57

sie haben das verdreht: Die Kommunisten halten sich immer für Gott!

Lichtfreak
14.03.2006 12:18
:-))

Asparuch Edler von Leschnikoff
14.03.2006 11:37
Sag i ja.

Daher machma nächstens Schwarz-Grün und die nationalen Sozialisten sollen in der Opposition rumlümmeln. Sag i ja.

Childerich von Bartenbruch
14.03.2006 12:34
ja, ja, da lacht das bürgerliche herz, ...

... wenn's mal wieder den alten stammtisch-kalauer anbringen hat können.

Asparuch Edler von Leschnikoff
14.03.2006 12:53

Und WIE :)!!!

bart simpson 
14.03.2006 11:02
diese absurden vergleiche mit der spoe nerven ...

... wien : spoe +4% fpoe -4% ... und i bin sicha die spoe geht mit eina fpoe keine koalition ein ...(auch ein kaernten war es uebrigends keine) ... andererseits find i es lobenswert dass man an sozialdemokraten hoehere ansprueche stellt als an hahnenschwafler ...

gerhard maierhofer 
14.03.2006 11:02
interessierte können

das regierungsprogramm von schwarz-blau (2003) im internet nachlesen und sehen was z.b die fpö abgeordnete rosenkranz beschlossen hat und das mit den zielen des volksbegehrens vergleichen.

wenn dem nürnberger was nicht passt, dann unterschreibt ers einfach nicht.
wenn den grünen das ergebnis nicht entspricht, dann stehen sie vom verhandlungstisch auf und gehen.

bei der fpö beschließt man einstimmig ein regierungsübereinkommen, spaltet sich und macht danach ein volksbegehren. und behauptet der einzig echte vertreter von irgendwelchen interessen zu sein.

für wie blöd halten die uns eigentlich?

Michael Bakunin
14.03.2006 11:00
Meinungsforscher

Wieder mal eine nichtssagende Aussage eines Meinungsforschers. Dass bei einer Umfrage mehr SPÖ als FPÖ Wähler vorkommen, ist wohl nicht verwunderlich. Immerhin gibt es davon 5 Mal so viel.

1derful4u
14.03.2006 12:04

Wieder mal eine nichtssagende Aussage eines Posters.

Michael Bakunin
14.03.2006 19:37

wenn du damit dein posting meinst, geb ich dir recht.

mr smoky
14.03.2006 11:36

warum dann nicht mehr övp-wählerInnen?

Michael Bakunin
14.03.2006 11:56

na das SPÖ-WäherInnen mit FPÖ-Themen besser ansprechbar sind, ist ja auch keine neue Erkenntnis.

Melanie H
14.03.2006 12:48

ach, und wieso wird das dann immer hier bestritten?

Michael Bakunin
14.03.2006 19:42

äh... wo?

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