Wie Intel Haushalte unter einen digitalen Hut bringen will

21. März 2006, 12:01
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Oft versprochen, bisher unerreicht, will Intel "die Unterhaltung im Wohnzimmer neu erfinden"

Der Haushalt - ein unendlich wirres System an Alleinunterhaltungskünstlern. Im Wohnzimmer Fernseher, Stereoanlage, DVD-Player. In der Küche ein Radio, vielleicht mit CD-Spieler oder ein zweites TV-Gerät. PCs und Musiksammlungen in Arbeits- und Kinderzimmer, Weckradio und TV im Schlafzimmer. Dazwischen ein wahrer Mikrokosmos an iPods, Musik- und Fotohandys, Digitalkameras, Notebooks.

"Digital Home"

"Wir wollen die Unterhaltung im Wohnzimmer neu erfinden", sagt kühn, der bei Intel Deutschland für das "Digital Home" zuständige Henning Eid. Das haben schon viele versprochen, und es hat meist nur zur Addition weiterer Geräte geführt. Aber mit der von Intel zu Jahresbeginn vorgestellten "Viiv"-Technologie (soll mit "ai" ausgesprochen werden) gibt es erstmals eine umfassende Architektur, hinter der die Muskeln des weltgrößten Chipherstellers stehen.

Herz, Plattform und Infrastruktur

Viiv ist zwar auch das Herz (der Prozessor) in Entertainment-PCs, aber darüber hinaus vor allem eine Plattform und Infrastruktur, der sich andere anschließen sollen: Contentlieferanten (Film, Musik) mit Viiv-zertifizier- ten Portalen, Gerätehersteller mit dem Versprechen, dass sich ihre Gadgets in den Bauplan einfügen. Auf der CeBIT zeigte Intel, was im nächsten Jahr der Schwerpunkt der Entwicklung werden soll: ein (verschlüsseltes) Netz für das gesamte Heim, das mit wenigen Klicks per Fernbedienung errichtet werden kann, ohne das Wochenende oder einen Techniker dazu zu brauchen.

Erste Partner gefunden

Erste Viiv-Partner im Filmbereich gibt es bereits: Wie berichtet, werden mit In2Movies (Warner) und Maxdome (ProSiebenSat1) zwei deutschsprachige Film- und TV-Portale demnächst online gehen. Intel sieht sich quasi als Masterplaner für diese Entwicklung: technische Standards entwickeln, durch eigene Softwareentwickler Firmen dabei unterstützen, dass die Benutzung von Geräten einfach wird, und einige hundert Millionen Euro für strategische Investitionen, sagt Eid. "Nutzbarkeit und Einfachheit ist heute das Thema, die Menschen wollen nicht mehr über Technik reden." Fortsetzung folgt.(DER STANDARD, Printausgabe vom 11.3.2006)

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    foto: intel
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