dag: Pop und Schande

17. März 2006, 14:02
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Desaströs organisierte Neppkonzerte im Simmeringer Shopping-Ziegel Gasometer vermiesen den Genuss

Beschämend, unter welchen Bedingungen man in Wien in den Genuss von Popmusik live gelangt. Neben chronischen Grindhütten wie Szene Wien oder Planet Music, deren No-Future-Botschaft nicht einmal von den negativsten Glasgower Vorstadt-Punkbands erreicht werden kann, zeichnet sich der im McLugner-Stil gehaltene Simmeringer Shopping-Ziegel Gasometer durch desaströs organisierte Neppkonzerte aus.

120 Minuten vor dem Auftritt von Element of Crime am Dienstagabend bildeten sich die obligaten zwei Warte-Riesenschlangen (mehr Einlässe gibt es nicht) für den Sicherheits-Check. Weiter hinten Gereihte kamen nicht mehr rechtzeitig zur Garderobe, über die aber ohnehin bereits jede Kontrolle verloren war. Das überforderte Personal wühlte in Bergen von Mänteln, für die es weder Nummern noch Haken gab. Der Konzertsaal selbst war heillos überfüllt, nur genervte Securities rührten noch kräftig herum. Viele der tausenden Besucher verließen nach wenigen Minuten ein Konzert, auf das sie sich Monate gefreut hatten.

Eine Karte kostete übrigens 28 Euro. Wage man nur einmal, das einem Theaterpublikum zuzumuten. Aber mit den jungen Musikfreaks kann man's ja machen. (DER STANDARD, Printausgabe, 11./12.03.2006)

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