"Superboss und Underdog"

22. März 2006, 13:06
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Tipps für das Aussenden der richtigen Status-Signale

Bei jeder Begegnung im Alltagsleben entscheiden wir blitzschnell, wie das Statusverhältnis zwischen uns ist: Bin ich ihm/ihr überlegen oder unterlegen? Im heutigen Wirtschaftsleben sind zwar alte, offizielle Hierarchien zum Teil abgebaut. Das heißt aber nicht, dass Statusverhältnisse verschwinden. Ganz im Gegenteil! Sie werden umso wichtiger. Wo die Rollen Superboss und Underdog nicht mehr "vererbt" und tradiert werden, werden sie zur Sache persönlicher Vorstellung und Darstellung. Wie werde ich selbst zum Superboss?

Status-Gefühl kommt von innen, und es gibt keinen Ersatz für stimmiges, selbstbewusstes Auftreten. Trotzdem, wenn wir das Verhalten der Superbosse studieren, können wir vieles abschauen.

Hier ein paar Tipps:

  • Seien Sie "cool". Hysterische, aufgeregte Menschen wirken unterlegen. Wer cool ist, hält seine Empfindungen etwas zurück. Das heißt nicht, unemotionell oder kalt werden, aber es heißt, die Emotionen in der Hand zu haben und im richtigen Moment einzusetzen.
  • Seien Sie gelassen und entspannt in der Körperhaltung, denn normalerweise äußert sich ein hoher kommunikativer Status durch entspannte Haltungen und Bewegungen.
  • Vermeiden Sie Tiefstatus-Signale wie den gesenkten Blick oder den bewundernden "Dackelblick". Nicht zu viel blinzeln. Denken Sie an James Bond. Er blinzelt fast nie. Zu viel Blinzeln wirkt unsicher. Und lächeln Sie nicht zu viel! Denken Sie an die Topmodels, die ihr Publikum mit leicht ablehnendem Blick begeistern. So weit müssen Sie nicht gehen, aber Ernsthaftigkeit erhöht Ihren Status, und zu viel Lächeln kann nervös oder beschwichtigend wirken.
  • Achten Sie auf Ihre Stimme und Ihren Tonfall. Eine Stimme, die kompetent wirkt und Aufmerksamkeit erzeugt, ist klar, melodisch und rhythmisch. Lernen Sie, so zu sprechen (mit Stimmtraining). Vermeiden Sie, mit einer "Piepsstimme" zu reden, aber auch mit vorwurfsvollem oder bissigem Tonfall.
  • Loben Sie mehr und gehen Sie souverän damit um, gelobt zu werden. Zeigen Sie keinesfalls Dankbarkeit, wenn Sie gelobt werden. Akzeptieren Sie Lob mit Souveränität und Eleganz.
    (Der Standard, Printausgabe 11./12.3.2006)

Von
Jenny Simanowitz

Die Unternehmerin Jenny Simanowitz ist Psychologin, Schauspielerin und Trainerin. happybusiness.at
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