Mars-Sonde erreicht Orbit

20. März 2006, 12:47
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NASA jubelt - Sieben Monate lang war der "Mars Reconnaissance Orbiter" unterwegs - er soll unter anderem potenzielle Landeplätze für künftige Missionen ausfindig machen

Washington/Pasadena - Die beste Raumsonde in der Geschichte der US-Raumfahrtbehörde NASA hat nach einem sieben Monate langen Flug den Nachplaneten Mars erreicht. Die Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) schwenkte am späten Freitagabend (MEZ) wie vorausberechnet in eine Umlaufbahn um den roten Planeten ein. Die Mitarbeiter im Kontrollzentrum in Pasadena (Kalifornien) reagierten mit Jubel und Erleichterung. Programmdirektor Jim Graf sprach von einem Bilderbuch-Manöver. Der Fernsehsender der NASA übertrug die Ankunft der Sonde nach einem 500 Millionen Kilometer langen Flug live.

Die Sonde benötigt jetzt weitere sieben Monate, um von einer stark elliptischen Umlaufbahn in einen nahezu kreisrunden Orbit in 300 Kilometern über der Mars-Oberfläche zu fliegen. Ab November soll der Orbiter während seiner zweijährigen Forschungszeit zehn Mal mehr Daten sammeln, als alle bisherigen Mars-Sonden in mehr als vier Jahrzehnten zusammengenommen. "Die Lehrbücher über den Mars müssen neu geschrieben werden", sagte Graf.

Jubel

Graf hatte vor dem Einschwenken in eine Umlaufbahn um den Mars von nervenaufreibenden Minuten gesprochen. Die Sonde verschwand während des kritischen Flugmanövers für eine halbe Stunde hinter der Rückseite des Mars. Während dieser Zeit wusste das Kontrollzentrum nicht, ob sie von der Anziehungskraft des Erdnachbarn eingefangen wurde oder aber weiter in das All hinaus geflogen war. Als die Sonde dann das erste Signal sendete, brach unter den NASA-Mitarbeitern großer Jubel aus.

Die neue NASA-Sonde ist nach Angaben der Raumfahrtbehörde der technisch beste Raumflugkörper, den die NASA je auf eine Weltraum- Expedition geschickt hat. An Bord der neuen Sonde sind sechs wissenschaftliche Instrumente, darunter eine neue, besonders hoch auflösende Kamera. Damit können die Wissenschaftler aus 300 Kilometern Höhe selbst Gesteinsbrocken von der Größe eine Schreibtisches deutlich erkennen. Die Expedition kostet 720 Millionen Dollar (rund 605 Millionen Euro).

Die NASA sucht auf dem Nachbarplaneten, der der Erde am ähnlichsten ist, nach Ländeplätzen für Roboter und Menschen. Im kommenden Jahr soll die Phoenix-Sonde zum Mars fliegen und im Jahr 2009 ein Marslaboratorium. Diese Roboter-Expeditionen bereiten den den Weg für den ersten Besuch von Menschen auf dem roten Planten. Die NASA hat einen bemannten Raumflug ab 2025 ins Auge gefasst. (APA/dpa)

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    Mars-Annäherung, vorläufig nur als künstlerische Vision bildlich machbar

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