Satiriker Dieudonne wegen Antisemitismus verurteilt

15. März 2006, 15:06
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5.000 Euro Strafe für selbst ernannten Präsidentschaftsbewerber

Paris - Der französische Satiriker Dieudonne ist wegen einer antisemitischen Äußerungen zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt worden. Das 17. Pariser Strafgericht befand den 40-jährigen am Freitag der "Anstiftung zum Rassenhass" für schuldig, nachdem er im Februar 2004 in einem Zeitungsinterview Juden mit "Sklavenhändlern" verglichen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte im daraufhin den Rückgriff auf "ein antisemitisches Klischee" vorgeworfen. Dieudonne, der als Kandidat bei den Präsidentschaftswahlen 2007 antreten will, hatte sich für schuldig bekannt.

Der Sohn einer Französin und eines Kameruners, dessen vollständiger Name Dieudonne M'Bala M'Bala lautet, muss das Urteil auf eigene Kosten nun in vier französischen Zeitungen veröffentlichen. Zudem wurde er von dem Gericht verpflichtet, einen symbolischen Euro an die Liga gegen Rassismus und Antisemitismus (Licra) und vier weitere Organisationen zu überweisen.

Dieudonne war in der Vergangenheit schon mehrfach wegen angeblich antisemitischer Äußerungen vor Gericht gestanden, wurde aber in Berufungsverfahren zumeist freigesprochen. Auch für seine Äußerung "Ich ziehe das Charisma von Bin Laden dem von George Bush vor" kam es wegen "Verherrlichung des Terrorismus" zum Prozess, der aber gleichfalls mit einem Freispruch endete. (APA)

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    Dieudonne stand bereits mehrmals wegen angeblich antisemitischer Äußerungen vor Gericht, wurde aber in Berufungsverfahren zumeist freigesprochen.

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