USA: Negativer volkswirtschaftlicher Newsflow

14. März 2006, 19:40
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die US Aktienmärkte entwickelten sich in der abgelaufenen Handelswoche schwächer. Grund hierfür waren eine Reihe enttäuschender volkswirtschaftlicher Daten, welche einerseits Sorgen betreffend der weiteren Gewinnentwicklung, andererseits Zinsängste aufkeimen ließen. So wurden die Auftragseingänge für die Industrie und die Verkäufe von Eigenheimen rückläufig gemeldet, das Defizit in der Handelsbilanz weitete sich neuerlich aus. Ebenso wurde ein Regierungsbericht negativ aufgenommen, welcher nach wie vor Beschleunigungstendenzen bei der Inflation sieht.

Die Arbeitsproduktivität zeigte erstmals seit fünf Jahren einen Rückgang und die Arbeitskosten wiesen den stärksten Zuwachs seit über einem Jahr auf. Zusätzlich brachten die anziehenden Bondrenditen den Markt unter Druck, allen voran Finanzwerte. Schließlich zeigten sich Anleger über die jüngsten Arbeitsmarktdaten enttäuscht.

Unterstützung erhielt der Markt vom Ölpreis. Dieser rutschte zeitweise auf unter USD 60 ab, nachdem die OPEC angekündigt hatte die Produktion auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren halten zu wollen.

Technologieaktien gerieten unter Druck, nachdem Texas Instruments überraschend seinen Umsatzausblick für das laufende Quartal nach unten revidiert hatte. Weiters sorgte Google für Verunsicherung. Unabsichtlich hatte das Internetunternehmen veraltete und sehr niedrige Umsatzprognosen in eine Pressemeldung einfließen lassen.

Kräftige Zugewinne konnte hingegen General Motors verbuchen. Der angeschlagene Automobilhersteller gab Einsparungen bei den Pensionskosten sowie eine Einigung mit der Gewerkschaft betreffend eines drohenden Streikes an. Positiv aufgenommen wurde auch die Bestätigung des Gewinn- und Umsatzausblickes für 2006 von Sprint Nextel. Auf der Gewinnerseite stand diesmal Biogen Idec. Das Biotechunternehmen verzeichnete einen Kurssprung, nachdem sich eine Untersuchungskommission für die Zulassung des umstrittenen Multiplesklerosemedikamentes Tysabri ausgesprochen hatte.

Einmal mehr drehte sich das Übernahmekarussell. Der Telekomkonzern AT&T legte für den Konkurrenten BellSouth ein Übernahmeangebot, das sich auf rund USD 67 Mrd. beläuft.

In Summe sind derzeit von Unternehmensseite kaum Impulse zu verzeichnen, der negative Nachrichtenfluss von volkswirtschaftlicher Seite dominiert das Marktgeschehen. Dies dürfte den Markt auch in der kommenden Woche belasten, weshalb wir von einer Fortsetzung der Konsolidierung ausgehen.

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