Europa: DAX und EuroStoxx 50 nahezu unverändert

14. März 2006, 19:40
posten

Ein Kommentar von Ronald Stöferle und Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Nach größeren Verlusten der Vorwoche, konnten sich die europäischen Aktienmärkte in der abgelaufenen Handelswoche wieder stabilisieren. DAX und EuroStoxx50 gingen im Endeffekt nahezu unverändert aus dem Handel, nachdem die zwischenzeitlichen Verluste zu Ende der Handelswoche wieder wettgemacht wurden.

Im Fokus der Anleger stand unter anderem der Industriegasehersteller Linde. Wie der Konzern mitteilte, stimmt das Management des britischen Mitbewerbers BOC nun dem erhöhten Übernahmeoffert von 1.600 Pence je Aktie zu. Durch die Akquisition steigt Linde zu dem weltweit führenden Gase- und Engineering-Unternehmen auf, das in diesem Bereich einen Jahresumsatz von rund 11,9 Mrd. Euro erzielt. Weiters konnten die präsentierten Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2005 sowie der positive Ausblick für 2006 überzeugen, die Aktie konnte um mehr als 10% zulegen.

Im Versorgerbereich konnten Anteilsscheine der französischen SUEZ S.A. um mehr als 7 % zulegen. Obwohl sich SUEZ bereits mit Gaz de France auf eine Fusion unter Gleichen einigen konnte, will der italienische Energieversorger Enel weiterhin an seinen Übernahmebestrebungen festhalten. Ein entsprechendes Angebot in Höhe von 40 Mrd. Euro könnte nun innerhalb von wenigen Tagen vorgelegt werden, hieß es.

Enttäuschend waren indes die Q4-Zahlen des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer: Der Nettogewinn verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 68 Mio. auf 46 Mio. Euro, das EBIT reduzierte sich aufgrund von Aufwendungen im Zusammenhang mit Kartellverfahren und Rechtsfällen von 345 Mio. auf 192 Mio. Euro. Die Aktie verlor im Wochenverlauf um mehr als 5 %. Schwächer tendierten auch die Aktien des Energieversorgers E.ON, dessen Zahlen für das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2005 zwar im Rahmen der Erwartungen lagen, der Ausblick enttäuschte jedoch. In Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des spanischen Wettbewerbers Endesa äußerte man sich trotz politischer Widerstände weiter zuversichtlich, der Markt rechnet jedoch mit weiteren Komplikationen und Verzögerungen.

Der deutsche Technologie-Index TecDax setzte den Negativtrend fort. Maßgeblich verantwortlich für die schlechte Entwicklung waren, wie schon in der Vorwoche, Solarwerte sowie Titel aus der Biotechnologie. Gebremst wurde die Talfahrt des TecDax lediglich von Zugewinnen beim Schwergewicht T-Online.

Share if you care.