Unbekannter Schutz der Alpen

10. März 2006, 16:49
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95 Prozent der Bevölkerung kennt die Alpenkonvention nicht

Salzburg - Obwohl die Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention in Österreich seit 2002 in Kraft sind, "ist es 95 Prozent der Bevölkerung nicht klar, dass es sie gibt", kritisierten am Freitag Peter Galle vom Umweltministerium und Peter Haßlacher vom Österreichischen Alpenverein (OeAV) bei einer Pressekonferenz in Salzburg. In einzelnen, konkreten Projekten soll dieses Informationsdefizit in den kommenden Jahren bei Seite geschafft werden.

"Wir treten jetzt in die Phase, die Potenziale der Alpenkonvention zu konkretisieren und eine große Akzeptanz zu erreichen. Alle Vereine, Gemeinden und Landesregierungen sollen nun versuchen, die Protokolle der Konvention zu nutzen", sagte Haßlacher. Die damit verbundenen Aufgaben und Chancen für die nachhaltige Entwicklung im Alpenraum seien in der österreichischen Öffentlichkeit kaum bekannt, sogar ein überwiegender Teil der politischen Akteure "kennt die Inhalte der Konvention nicht", gab Roland Kals, Autor der Studie "Die Potenziale der Alpenkonvention", zu denken.

Dachmarke und Kommunikation

Alle Umsetzungsprojekte, die im Sinne der Konventionsprotokolle laufen, sollten unter einer eigenen Dachmarke und dem Alpenkonventionslogo laufen, schlug Kals vor. Die Erfolge müssten besser kommuniziert werden. Immerhin gebe es in Österreich bereits 200 behördliche Entscheidungen, die sich auf die Bestimmungen der Durchführungsprotokolle stützten, erläuterte Galle. Die Alpenkonvention dürfe aber nicht zum administrativen Werkzeug verkommen, sondern müsse für die handelnden Personen "attraktiv und sexy" gemacht werden.

Ein Anfang wurde bereits gemacht. 70.000 neue Comic-Broschüren in vier Sprachen mit dem Titel "Wir Bergsteiger beachten die Alpenkonvention" werden heuer auf den alpinen Hütten verteilt. Bereits zum zweiten Mal, aber in einer größeren Auflage, gibt der Österreichische Alpenverein in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und mit Unterstützung des deutschen Alpenvereins den Katalog "Kleine und feine Bergsteigerdörfer zum Genießen und Verweilen" heraus.

Österreich beendet Ende 2006 den zweijährigen Vorsitz in der Alpenkonferenz. Die Alpenkonvention ist das weltweit erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen zum Schutz einer Bergregion. (APA)

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